Kesselwagen in Neuhof wieder auf Gleisen – Bergung vertagt

01. Dezember 2018
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Neuhof

Nach dem Güterzug-Unfall im Neuhof ist der verunglückte Kesselwagen am Samstag wieder auf die Gleise gehoben worden. Weil dann aber ein durchaus gefährliches Gas austrat, wurden die weiteren Bergungsarbeiten unterbrochen. Im Raum stand lange, dass die Bewohner auch über die Nacht nicht in ihre Häuser zurück können.

Die Bergung hatte am Samstag mit rund zweistündiger Verspätung gegen 13 Uhr begonnen und verzögerte sich dann weiter, weil der Austritt einer geringen Menge des Kühlmittels Methylchlorid gemessen wurde. Der Bahnverkehr stand seit dem Beginn der Bergung bis etwa 19 Uhr still.

Auf der Bahnstrecke Fulda-Hanau wurden Züge umgeleitet, wie die Deutsche Bahn mitteilte. Dadurch kam es zu Verspätungen. Gegen 14.30 Uhr war zum Beispiel in Folge der Sperrungen bei Neuhof ein ICE gestrandet. Dieser war von Frankfurt nach Fulda unterwegs. Die Fahrgäste mussten dort im Zug ausharren.

Die Gleise in Neuhof wurden erst gegen 19 Uhr wieder für den Fernverkehr zur Durchfahrt frei gegeben, teilte die Polizei mit. Zeitgleich durften auch die Menschen, die am Vormittag ihre Häuser verlassen mussten, wieder in ihre Wohnungen zurückkehren. Wann genau die Bergungsarbeiten fortgesetzt werden und damit auch eine neue Evakuierung erforderlich wird, war am Samstagabend aber noch unklar.

Als nächstes muss das Methylchlorid, ein Gefahrstoff, der unter anderem Störungen des Zentralnervensystems hervorrufen kann, abgelassen und dabei unter der Aufsicht einer Spezial-Feuerwehr aus Hanau kontrolliert abgebrannt werden. Mit diese Arbeiten könne aus arbeitsrechtlichen Gründen wohl erst am Montag begonnen werden. Entsprechende Experten, die für die Gas-Ablassung benötigt werden, würden aber bereits im Laufe des Sonntags anreisen.

Dann müssten wahrscheinlich am Montag (wie schon am Samstagfrüh) in einem Umkreis von 300 Metern um die Unfallstelle rund 150 Menschen aus Sicherheitsgründen alle Gebäude verlassen. Mit starken Einschränkungen muss weiterhin beispielsweise der Gasthof Ebert klar kommen. Dort könne zunächst weiterhin nicht gekocht werden. Bürgermeister Heiko Stolz (CDU) bot an, ins Bürgerhaus auszuweichen.

Bergung des verunfallten Kesselwagens läuft - 120 Einsatzkräfte beteiligt

Zur Bergung des am Freitagmittag mit einem Kesselwagen kollidierten Güterzugs, sind am Samstagmorgen die umliegenden Wohnhäuser evakuiert worden. Rund 120 Einsatzkräfte, der Polizei, des Katastrophenschutz, des Rettungsdienstes und der Feuerwehr sind im Einsatz.

Am späten Samstagnachmittag hatte der verunfallte Kesselwagen zwar bereits wieder auf den Schienen gestanden, hatte aber wegen des Lecks nicht weggefahren werden können. „Spezialisten müssen erst kommen und das Leck abdichten“, sagte ein Sprecher der Bundespolizei. Seit etwa 17 Uhr trat zumindest laut Polizeisprecher Peter Dittel kein Gas mehr aus; das Leck an sich sei aber noch nicht repariert. Zur Abdichtung sei unter anderem Silikon verwendet worden.

Eventuell war das Problem an einem innenliegenden Ventil durch das Anheben des Kesselwagens verursacht worden. Ein Polizeisprecher erklärte vor Ort, dass es keinen Riss an dem Kesselwagen gegeben habe. Das Gas sei vielmehr an einem Flansch ausgetreten, also an einem Bauteil aus Metall mit dem zum Beispiel Rohre mit Hilfe von Schrauben und Muttern abgedichtet und/oder verbunden werden.

Messungen und Analysen hatten nun am Samstagabend erst ergeben müssen, wie gefährlich der Waggon ist und ob der Gefährdungs-Radius verringert werden kann. Gegen 19 Uhr wurde dann die Entscheidung getroffen, dass der Zug bis Sonntag oder wahrscheinlich sogar bis Montag stehen bleiben muss. Die Polizei sprach dabei im Vorfeld von einem „Worst Case“-Szenario.

Denn damit ist mindestens eine erneute Evakuierung der Häuser notwendig. Immerhin konnte die Bahnstrecke aufgrund des Abdichtung des Lecks am Samstagabend wieder freigegeben werden. Ein Problem bei den Arbeiten war auch die Dunkelheit. Zwar war das THW zum Ausleuchten dabei, das genügte aber nur bedingt. „Im schlimmsten Fall müssen die Betroffenen in einer Notunterkunft übernachten“, sagte ein Polizeisprecher. Dieser Fall trat zumindest zum Glück dann nicht ein.

Nach Zugunfall in Neuhof: Bis zu 100 Anwohner müssen ihre Häuser verlassen

Nachdem am Freitagmittag ein Güterzug mit einem Kesselwagen am Bahnhof Neuhof kollidiert waren, werden vor der Bergung am Samstag umliegende Wohnhäuser evakuiert.

Am Freitagmittag war der Triebwagen eines Güterzugs beim Rangieren im Bahnhof Neuhof mit dem letzten Wagen eines anderen Güterzugs zusammengeprallt. Dadurch hoben der Kesselwagen wie auch die Lok von den Gleisen ab. Die genaue Unfallursache war auch am Samstag noch unklar. Beim Anheben des Waggons war dann am Samstag Gas ausgetreten. Allerdings habe nur in direkter Nähe des Zuges Gefahr bestanden, erklärte ein Sprecher der Bundespolizei.

Der Verkehr auf der Autobahn A 66 konnte entgegen erster anderslautender Meldungen aber fließen. Die Straßenmeisterei stehe aber bereit, um die Autobahn im Notfall sofort zu sperren, sagte der Sprecher. An den Bergungsarbeiten waren rund 120 Einsatzkräfte von der Polizei, des Katastrophenschutzes, des Rettungsdienstes, der Feuerwehr und des THW beteiligt. Landrat Bernd Woide (CDU) informierte sich vor Ort. / sar, kir, dpa

Zwei Güterzuge prallen im Neuhofer Bahnhof zusammen

Weil zwei Güterzuge zusammengeprallt waren, herrschte am Freitagvormittag Aufregung am Bahnhof in Neuhof. Zunächst nahm man nämlich an, dass Gas ausgetreten war.