Susi außer Lebensgefahr: Tierschützer retten Katze aus Messie-Wohnung

07. März 2018
Flieden

Schockiert waren die Mitarbeiter des Tierschutzvereins Fliedetal, als sie am Samstag ein Mehrfamilienhaus in Flieden betraten. Nachdem die Tierschützer in der Dachgeschosswohnung zunächst eine tote Katze fanden, entdeckten sie noch eine weitere, sehr verwahrloste Katze.

Von unserem Redaktionsmitglied Leon Schmitt

Wie der Tierschutzverein mitteilt, soll es bereits in der Nacht von Freitag auf Samstag einen Wasserrohrbruch in dem Mehrfamilienhaus gegeben haben. Weil der Mieter der Wohnung unterm Dach nicht zu Hause gewesen sein soll, habe die Hausverwaltung die Wohnungstür mit Hilfe der Polizei aufgebrochen.

In der Wohnung, die wohl längere Zeit kein Mensch betreten hat, entdeckte die Hausverwaltung zwei Katzen, von denen eine bereits gestorben war. Am Samstag gegen 13 Uhr wurde deshalb auch der Tierschutzverein Fliedetal verständigt. „Leider wurde uns nicht schon in der Nacht Bescheid gesagt“, sagt Oliver Reiling, Vorsitzender des Vereins.

Susi außer Lebensgefahr: Tierschützer retten Katze aus Messie-Wohnung

Begleitet von der Polizei betraten Reiling und die anderen Tierschützer die Wohnung. Der Anblick war schrecklich, wie Reiling beschreibt. Auf Bildern, die der Verein online stellte, sieht man Kleiderberge auf dem Fußboden. Müll und Essensreste sammeln sich in der Küche. „Die Wohnung eines Messies“, sagt der Tierschutzverein.

„Zunächst haben wir eine tote Katze aufgefunden“, so Reiling weiter. Nach längerer Suche fanden die Tierschützer dann noch eine verletzte, ziemlich schwache Katze. Die Mitarbeiter des Vereins brachten die völlig dehydrierte und abgemagerte Katze umgehend in eine nahe Tierklinik. „Es war höchste Eile geboten, denn die Katze war in einem wirklich schlechten Zustand.“

Susi außer Lebensgefahr: Tierschützer retten Katze aus Messie-Wohnung

Nach der Erstversorgung in der Klinik nahm der Verein die Katze in seine Obhut. „Susi“ haben Reiling und seine Kollegen die etwa 12 bis 18 Monate alte Samtpfote genannt. Drei Tage nachdem der Tierschutzverein die Katze gerettet hat, gibt es bereits positive Neuigkeiten.

„Susi ist außer Lebensgefahr“, teilt Reiling auf Nachfrage unserer Zeitung mit. „Peu a peu päppeln wir sie nun auf, damit es ihr bald schon viel besser geht.“ Verständnis haben die Tierschützer für den Mieter der Wohnung nicht. „Wir können nicht nachvollziehen, wie Menschen dazu in der Lage sind, ein Tier ohne Wasser und Futter zurückzulassen“, schreibt der Tierschutzverein auf seiner Webseite.

Weil die ganze Wohnung mit Kot und Urin überseht war, gehen Reiling und seine Kollegen davon aus, dass der Besitzer seine Katzen für mindestens zwei Wochen allein gelassen hatte. Gegen den Mieter wurde eine Strafanzeige wegen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz gestellt. „Alles Weitere klärt nun die Polizei“, sagt Reiling.