„Tempo runter, bitte!“ – Hunderte gelbe Banner für sicheren Schulweg

13. August 2019
Kreis Fulda

Der erste Schultag ist da! Und das für fast 2000 Kinder im Landkreis Fulda. Dass die Erstklässler am Dienstag sicher auf Straßen und Wegen unterwegs sein können, dafür setzt sich die Kreisverkehrswacht ein – und zwar mit Hunderten gelben Bändern.

Eines von Hunderten gelben Bändern mit der Aufschrift „Tempo runter, bitte!“ flattert am Dienstag auch an der Marquardschule in Fulda. Die Schule liegt unweit der Leipziger Straße. „Hier kommt es leider tatsächlich immer mal zu Unfällen auf dem Schulweg“, erklärt Schulleiter Christoph Schulte.

Dass die Banner präventiv wirken und den Schulweg der insgesamt 116 Grundschüler seiner Schule etwas sicherer machen, das hofft er und das hofft auch die Kreisverkehrswacht, allen voran ihr Vorsitzender Gerhard Brink.

400 gelbe Bänder für mehr Sicherheit

Er schätzt, es sind 400 gelbe Bänder, die die Verkehrswacht in 35 Jahren an Schulen verteilt hat – jedes Jahr kommen weitere Schulen hinzu. Die Banner mit der Aufschrift „Tempo runter, bitte! Schulanfang“ werden Unfälle nicht verhindern. Aber sie können die Verkehrsteilnehmer sensibilisieren. Davon ist Brink überzeugt.

„Besonders Erst- und Zweitklässler haben einfach noch nicht die Fähigkeit, Geschwindigkeiten von Fahrzeugen richtig einzuschätzen. Es sollte selbstverständlich sein, dass ich mein Auto abbremse und Schrittgeschwindigkeit fahre, wenn ich ein Kind sehe. Aber so ist es leider viel zu selten“, betont er.

„Verhalten im Straßenverkehr wird immer rüder und rücksichtsloser“

Alfred Hau, Leiter der Polizeistation Fulda, sagt: „Das Verhalten im Straßenverkehr wird immer rüder und rücksichtsloser. Gerade in der Zeit des Schulstarts müssen die Menschen sensibilisiert werden.“

Richard Hartwig vom Vorstand der Sparkasse Fulda, die die Aktion sponsert, sagt: „Wenn die Eltern wissen, dass der Schulweg durch Schülerlotsen und auch durch solche Banner sicherer ist, dann lassen sie ihre Kinder auch eher in die Schule laufen, statt sie zu fahren.“ Er findet: „Kinder lernen nicht den Umfang mit Risiken, wenn sie in Watte gepackt werden.“

Elterntaxis ein Problem

Die so genannten Elterntaxis sind laut Gerhard Brink tatsächlich ein großes Problem: „22 Prozent aller Schulweg-Unfälle passieren im Auto der Eltern. Da hat das Kind beispielsweise schon den Schulranzen auf dem Rücken, damit alles schneller geht. Aber bei einem Auffahrunfall, kann das schlimmstenfalls zum Genickbruch führen“, erklärt der Verkehrswachtvorsitzende. Der Schulbus gelte als sicherstes Verkehrsmittel, sagt er. / jev