Tischtennis: Krankenhaus statt Sporthalle – Filus zum dritten Mal Vater

14. Februar 2020
Fulda

„Normalerweise müssen wir die zwei Punkte gegen Jülich holen“, sagt Maberzells Cheftrainer Qing Yu Meng mit Blick auf das Heimspiel am Sonntag (15 Uhr) gegen den Tabellenletzten der Tischtennis-Bundesliga. Euphorisch klingt er allerdings nicht.

Von unserem Redaktionsmitglied Angelika Kleemann

Die 0:3-Klatsche gegen Schlusslicht Grenzau im letzten Ligaspiel vor fünf Wochen ist zwar abgehakt, doch bezüglich der Verfassung der Maberzeller Recken hält sich Qing Yu Meng zumindest in einer Personalie bedeckt. Denn Meng weiß nicht, in welcher Form sich Ruwen Filus in der Wilmington-Halle präsentieren wird. Dass der 31-Jährige in den letzten zwei, drei Wochen oft trainiert hat, davon geht Meng nämlich nicht aus.

Unterstützung im Drei-Mädels-Haushalt

Die Familie hatte bei Filus klar Vorrang. Denn seine schwerstbehinderte Tochter Marie musste nach einer Operation im Krankenhaus betreut werden, und gestern vor einer Woche wurde der 31-Jährige zum dritten Mal Vater. Ein Sohn unterstützt ihn künftig im bis dato Drei-Mädels-Haushalt. „Ich habe Ruwen aber gesagt, er muss auch mal trainieren“, berichtet Meng und hofft, dass Filus mit seiner Routine wie im Hinspiel, das Maberzell mit 3:1 gewann, die in ihn gesetzten Erwartungen erfüllt.

Pucar mit Halbfinaleinzug bei Europe Top 16

Tomislav Pucar überzeugte nach Formflaute in der Liga bedingt beim Europe Top 16 am Wochenende in Montreux. Der Angreifer profitierte vom krankheitsbedingten Ausfall Dimitrij Ovtcharovs, zog kampflos ins Viertelfinale ein, in dem er den Portugiesen Marcos Freitas mit 4:2 bezwang. Im Halbfinale scheiterte der Kroate am für Saarbrücken in der Liga spielenden Slowenen Darko Jorgic (1:4) und musste sich im Spiel um Platz drei knapp dem Österreicher Robert Gardos (3:4) geschlagen geben.

Meng Junior bei Spanish Open erstmals im Finale

Für ein Ausrufezeichen sorgte Fan Bo Meng. Bei den Spanish Open erreichte der Youngster in der U 21-Konkurrenz erstmals in seiner Karriere ein Finale, in dem er dem Russen Maksim Grebnev mit 2:3 knapp unterlag, konnte aber eine gehörige Portion Selbstvertrauen mitnehmen.

Schlusslicht Jülich ist von der personellen Besetzung um einiges schlechter bestückt als Maberzell, was ein Blick auf die Bilanzen des Belgiers Robin Devos (6:14), des Slowenen Deni Kozul (2:16), des Deutschen Dennis Klein (1:13) und des Niederländers Ewout Oostwouder (1:6) verdeutlicht.

Bei zwei möglichen Absteigern und acht Punkten Vorsprung auf Grenzau und Jülich hat Maberzell als Tabellen-Zehnter den Klassenerhalt zu 99,9 Prozent erreicht, rein rechnerisch wäre er mit einem Sieg dann endgültig perfekt. Und der muss her, um die Scharte gegen Grenzau auszuwetzen.

Neuzugang für Tischtennis-Bundesligist: Maberzell verpflichtet Weltranglisten-18.

Tischtennis-Bundesligist TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell hat einen adäquaten Ersatz für den nach Russland wechselnden Angriffsspieler Tomislav Pucar gefunden. Der Tabellenzehnte verpflichtete für die kommende Spielzeit den Weltranglisten-18. Quadri Aruna. Der 31-jährige Nigerianer mit portugiesischem Pass kommt von Sporting Lissabon und sucht eine neue Herausforderung in der Tischtennis-Bundesliga.

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