Straßen wieder frei: Mehr als 200 Traktoren legten Innenstadt-Verkehr lahm (mit Video)

17. Januar 2020
Fulda

In Fulda demonstrieren am Freitag zahlreiche Landwirte gegen die Agrarpolitik. Ab 13.30 Uhr versammelten sie sich mit ihren Traktoren für eine Auftaktkundgebung am Messegelände in Fulda-Galerie. Um kurz nach 14 Uhr sind dort mehr als 200 Schlepper gestartet. Sie fuhren bis zum frühen Abend durch große Teile der Innenstadt und sorgten dabei für Verkehrsbehinderungen.

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Update (18.45 Uhr): Die Polizei resümiert: „Außer den erwarteten Verkehrsbeeinträchtigungen kam es aus polizeilicher Sicht zu keinen besonderen Vorkommnissen. Unfälle im Zusammenhang mit der Traktoren-Demo wurden keine registriert.“

Update (17.30 Uhr): Als die ersten Traktoren am Messegelände eintrafen, positionierten sie sich so, dass aus der Luft das Wort Fulda zu lesen ist. „Die Bevölkerung hat uns in der Stadt den Daumen nach oben gezeigt. Das motiviert uns und zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind”, betont Kömpel. Die Demonstration sei sehr gut verlaufen. „Bei der Domo in Bonn waren wir mit sieben Traktoren aus Fulda. In Wiesbaden waren es 70 und jetzt 270. Jetzt kann man sich ja ausrechnen, wie viele es nächstes Mal sein werden”, sagt der Landwirt. Jetzt gelte es, dass die Politiker die Zeichen erkennen, resümierte Kömpel. Anschließend machten sich die Traktoren über die offiziellen Straßen in ihre Heimat. In Neuhof, Großenlüder und Dipperz fanden anschließend Mahnfeuer statt.

Update (17 Uhr): Die meisten Straßen sind inzwischen wieder frei. Die Landwirte sind aktuell auf dem Weg zum Messegelände, wo eine Abschlusskundgebung stattfindet. Voraussichtlich um 18 Uhr soll diese beendet sein. Wie Peter Kömpel bei der Abschlusskundgebung mitteilt, waren 215 Schlepper am Messegelände gestartet. In der Stadt seien noch 55 weitere Traktoren hinzugestoßen. Insgesamt wären deshalb 270 Fahrzeuge an der Demo beteiligt gewesen.

Update (15.30 Uhr): Polizeiwagen begleiten den Konvoi. An schwierigen Kreuzungen haben sich Polizisten positioniert, um für Sicherheit zu sorgen. Zeitweise kreiste ein Hubschrauber über der Stadt. „Wir haben den Hubschrauber eingesetzt, um uns aufgrund der hohen Anzahl an Traktoren einen besseren Überblick verschaffen zu können“, berichtet Polizeisprecher Dominik Möller auf Nachfrage unserer Zeitung. Diese Maßnahme sei von Beginn an zur Verkehrsüberwachung eingeplant gewesen. Bislang gab es Möller zufolge aber keine besonderen Vorkommnisse.

„Insbesondere im Innenstadtbereich ist der Verkehr aktuell stark eingeschränkt. Das wird sich auch noch eine Weile hinziehen, denn die Landwirte wollen mehrere Runden durch die Stadt fahren“, sagt der Polizeisprecher. Nach Informationen unserer Zeitung wollen die Landwirte um etwa 17 Uhr am Schlosstheater vorbeifahren, wo der IHK-Jahresempfang stattfindet.

Update (14.08 Uhr): Die Landwirte sind soeben am Messegelände gestartet. Nach Angaben der Versammlungsleitung sind es etwa 215 Schlepper.

Das Ziel sei laut Redner Peter Kömpel (Landhof Kömpel), dass sich ein schließender Kreis mit allen Traktoren bilde. „Aus Fulda sollen keine Fahrzeuge mehr rein und keine mehr rauskommen. Das kann auf Unmut der Bürger treffen, aber wir wollen zeigen, dass wir die Leidtragenden sind“, sagt Kömpel.

Landrat Woide: „Ich mache mir Sorgen“

Landrat Bernd Woide (CDU) bezeichnet die Versammlung als „Zeichen der Besorgnis“. Schließlich sei die Landwirtschaft fester Bestandteil des Landkreises Fulda. „Ich mache mir Sorgen und habe durch Gespräche festgestellt, dass viel Frust bei den Bauern vorhanden ist. Auch weil viel über die Bauern und nicht mit ihnen gesprochen wird“, zeigt Woide Verständnis. Dennoch müsse auch in der Gesellschaft ein Umdenken stattfinden. „Der Konsument muss sich an der Fleischtheke fragen, ob der zu bezahlende Preis realistisch ist.“

In der Innenstand wollen die Landwirte zwei bis drei Runden drehen und auf sich aufmerksam machen. Danach fährt der Konvoi wieder an den Parkplatz des Messegeländes und möchte mit den Traktoren das Wort Fulda schreiben. „Damit wollen wir symbolisieren, wie stark wir in der Region sind“, unterstreicht Kömpel. Nach der Kundgebung finden noch drei Mahnfeuer in Neuhof, Großenlüder und Dipperz statt.

Straßen wieder frei: Mehr als 200 Traktoren legten Innenstadt-Verkehr lahm (mit Video)

Update (13.30 Uhr): Zahlreiche Traktoren haben sich am Messegelände versammelt, weitere trudeln ein. Die Anmelder vom Bündnis „Land schafft Verbindung“ rechneten im Vorfeld mit 150 bis 200 Schleppern. Doch in den vergangenen Tagen sei kräftig die Werbetrommel gerührt worden, sodass es sogar mehr Traktoren werden könnten. Im Vorfeld seien zwei WhatsApp-Gruppen eröffnet worden, in die zahlreiche Landwirte aus dem Landkreis Fulda hinzugefügt wurden.

Landwirte kritisieren Agrarpolitik

Eine Gruppe Landwirte aus der Rhön erklärt: „Es kann nicht so weiter gehen, wie uns die Politik behandelt. Die Verordnungen, die bereits umgesetzt wurden oder die noch umgesetzt werden sollen, sind für viele Bauern nicht wirtschaftlich.“ Ein Beispiel sei die neue Düngeverordnung: „Sie müssen sich eine Klasse mit 20 Schülern mit zwei übergewichtigen Kindern vorstellen. Wird deswegen die ganze Klasse auf Diät gesetzt, ist das für die verbliebenen 18 Schüler nicht fair“, versuchen die Bauern ein passendes Beispiel zur aktuellen Situation zu finden.

Fahrt durch die Innenstadt

Die Versammlung startete mit einer Auftaktkundgebung um 13.30 Uhr auf dem Parkplatz des Messegeländes auf der Fulda-Galerie. Anschließend fand ein Demonstrationszug über den Westring und die Frankfurter Straße zur Von-Schildeck-Straße, Dalbergstraße, Petersberger Straße, Heinrichstraße, Heinrich-von-Bibra-Platz, Schlossstraße, Pauluspromenade, Johannes-Dyba-Allee, Wilhelmstraße, Abtstor, Kronhofstraße, Langebrückenstraße und Bardostraße statt.

Ende um 18 Uhr

Der Streckenabschnitt von der Von-Schildeck-Straße über die Innenstadt zur Bardostraße als Rundkurs wurde mehrfach als Rundkurs befahren , bevor sich der Demonstrationszug wieder über die Sickelser Straße zur Messe Galerie bewegte. Dort fand eine Abschlusskundgebung statt, die gegen 18 Uhr beendet war.

„Bereich weiträumig umfahren“

Während des gesamten Nachmittags und besonders im Feierabendverkehr war auf der Verkehr auf der genannten Route erheblich eingeschränkt. Die Polizei und das Ordnungsamt der Stadt hatten Autofahrern empfohlen, den Bereich weiträumig zu umfahren. / lio, mic

Hupkonzert in der Innenstadt: Bauern protestieren gegen Agrarpolitik

Mit dutzenden Traktoren und langen Konvois protestieren die Bauern gegen die Agrarpolitik der Bundesregierung. Hupend fuhren sie durch die Fuldaer Innenstadt und benachbarte Orte. Einige versammelten sich am Bronnzeller Kreisel. Der Protest richtet sich gegen die nach Ansicht der Landwirte zu strengen Regeln beim Umwelt- und Insektenschutz. Sie bedrohten die Existenz vieler Höfe.

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