Trickbetrüger geben sich als Polizisten aus: Fälle in Region nehmen zu

14. März 2018
Fulda

Mit Trickbetrügern, die sich als Polizisten ausgebenen haben, hatte es die Polizei gestern Abend in Fulda zu tun. Es war nicht das erste Mal in dieser Woche. Auch auf lange Sicht häufen sich die Fälle in der Region.

Wie ein Polizeisprecher erläuterte, erreichte das Poizeipräsidium bis 22 Uhr etwa 40 Anrufe von Bürgern. Sie erzählten, dass bei ihnen zu Hause angerufen worden sei. Es hätten sich angebliche Polizisten gemeldet, die von einer Straftat in der Nähe berichtet haben.

Um die Festnahme zu gewährleisten und die Anwohner zu schützen, würden sie Kollegen in die Wohnung schicken, um das Eigentum zu sichern. Die Anrufer, die Verdacht schöpften, wollten von der Polizei wissen, ob dies stimme. Es sei niemand geschädigt worden. Falls Personen geschädigt wurden, würden sie sich wohl erst später melden, sagte der Sprecher.

In der Kriminalstatistik des Jahres 2017 für Osthessen ist klar eine Zunahme von Straftaten wie dieser zu sehen: Besonders die Betrugsstraftaten am Telefon nahmen weiter zu, teilweise mit hohen Vermögensschäden. Trickbetrüger geben sich etwa als Bekannte, Enkel oder andere Verwandte aus, die in einer Notlage sind – oder als Polizeibeamte, die die Opfer angeblich davor bewahren wollten, dass sie von einer Diebesbande ausgeraubt wird. „Solche Betrüger sind nicht nur schwer zu kriegen – meist sind es Callcenter aus dem Ausland –, sie verschaffen uns auch ein großes Glaubwürdigkeitsproblem: Die Betrogenen denken wirklich, sie haben die Polizei am Telefon“, so Daniel Muth, Leiter der Regionalen Kriminalinspektion Fulda.

Viele seien noch Wochen danach beschämt, weil sie auf den Trick hereingefallen sind. Deshalb will die Polizei Osthessen eine Kampagne für Senioren starten, um sie zu sensibilisieren. „Wir stecken noch in den Planungen, im Mai soll es losgehen“, sagte Hauptkommissarin Conny Jehnert. / alb, ic, sre