Stadtsprecherin: „Diesel-Fahrverbot für Fulda aktuell nicht absehbar“

14. März 2018
Fulda

Noch 2016 zählte Fulda zu den Städten, in denen die Werte für Stickstoffdioxid über 40 Mikrogramm pro Kubikmeter lagen. Zurzeit ist das jedoch kein Thema: Die Werte liegen unterhalb der Grenzwerte, heißt es seitens der Stadt Fulda. Ein Fahrverbot wird es daher nicht geben.

Von unserem Redaktionsmitglied Jacqueline Kleinhans

Zwei Stationen gibt es in Fulda, die rund um die Uhr messen, wie viel Stickstoffdioxid (NO2) in die Luft geblasen wird. Eine hat das Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) an der Petersberger Straße aufgestellt, die andere – Fulda-Zentral – ist vor gut einem Jahr in die Buseckstraße vorlegt worden. Weil der Parkplatz am Franzosenwäldchen umgebaut wird, wich die Messstation hinter die Musikschule.

Während in Städten wie Köln, Hamburg und Stuttgart mit Diesel-Fahrverboten zu rechnen ist, steht das in Fulda nicht zur Debatte. „Nach den derzeitigen Messungen ist ein Diesel-Fahrverbot für Fulda nicht absehbar“, sagt Magistratssprecherin Monika Kowoll-Ferger.

Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) hatte in dieser Woche gefordert, dass die Hersteller die Fahrzeuge der Handwerker nachrüsten, falls ein Diesel-Fahrverbot drohen sollte. Das sieht Dr. Herbert Büttner, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, ebenfalls so. „Es kann nicht sein, dass das Fehlverhalten der Automobilindustrie zu Lasten unbeteiligter Dritter – sprich: dem Handwerk – geht. Ich erwarte zwar kein Fahrverbot in Fulda, dafür aber eins in Frankfurt.

Und dort sind sehr viele unserer Handwerker unterwegs“, sagt er. Büttner fordere daher eine kostenlose Nachrüstung der Dieselfahrzeuge für Handwerksbetriebe. „Ansonsten besteht die Gefahr, dass auch der normale Bürger in Mitleidenschaft gezogen wird. Was passiert denn, wenn in Frankfurt in einem Haushalt bei minus 10 Grad die Heizung ausfällt und der Heizungsbauer nicht kommen kann, weil sein Transporter dort nicht hinfahren darf?“

Zu der Diskussion der vergangenen Wochen findet Büttner deutliche Worte: „Wir halten ein Dieselfahrverbot deshalb für einen politisch motivierten ‚Bullshit‘.“ Die Stadt Fulda arbeite weiter daran, dass die Werte unterhalb des Grenzwertes bleiben. „Dafür erarbeiten die Fachämter einen Masterplan Green City. Dieser wird auch Vorschläge für Maßnahmen enthalten, mit denen künftig die Einhaltung der Grenzwerte dauerhaft sichergestellt werden kann“, erklärt Kowoll-Ferger.

Die Messungen des HLNUG sind auf der Webseite einsehbar. Einen ausführlicheren Bericht, zum Beispiel mit einer Meinungsäußerung des Vorsitzenden des MIT-Kreisverbandes Fulda, lesen Sie in der gedruckten Wochenendausgabe der Fuldaer Zeitung und im E-Paper.