Unesco entscheidet über Biosphärenreservat-Titel
für die Rhön

08. Juni 2014
Jönköping

Die Rhön wird von der Unesco überprüft, ob sie weiterhin den Titel eines Biosphärenreservats tragen darf. Das Siegel hilft bei der Vermarktung.

Bei einer Sitzung der Unesco in Schweden geht es für das Biosphärenreservat (BR) Rhön um den Erhalt des prestigeträchtigen Titels und eine beantragte Gebietserweiterung. Der internationale Koordinierungsrat der UN-Sonderorganisation wolle bei seiner Sitzung vom 10. bis 13. Juni in Jönköping darüber entscheiden, sagte Jürgen Nauber, Geschäftsführer des deutschen Nationalkomitee des Unesco-Programms „Der Mensch und die Biosphäre“ (MAB). Bayern plant darüber hinaus noch eine Erweiterung des BR von 70 000 auf rund 130 0000 Hektar.


Das Biosphärenreservat Rhön soll nach einer Erweiterung von 185 000 auf etwa 240 000 Hektar wachsen. Das Gebiet verteilt sich in dem Mittelgebirge auf die drei Länder Hessen, Bayern und Thüringen. Auf Hessen entfällt etwa ein Viertel des Gebiets. Bundesweit gibt es 15 von der Unesco anerkannte Reservate. Sie repräsentieren wichtige deutsche Landschaftstypen. Das BR Rhön ist das einzige in Hessen.

Neben der Rhön werden auch für die Biosphärenreservate Pfälzerwald und Südost-Rügen überprüft, wie Nauber sagte. Die Modellregionen müssen gesetzten Kriterien entsprechen und das alle zehn Jahre in einem Rechenschaftsbericht nachweisen. Das BR Rhön war zuletzt damit beschäftigt, genügend Flächen als Kernzonen auszuweisen. Kernzonen sollen sich ohne Eingriff des Menschen wildnisartig zu weitgehend natürlichen Ökosystemen entwickeln. Ihr Flächenanteil muss bei mindestens 3,0 Prozent liegen.

Für die Rhön belegen Umfragen eine große Identifikation mit dem Biosphärenreservat, wie das Bundesamt für Naturschutz (BfN) mitteilte. Auch weil es nachweislich zur regionalen Wirtschaft und zur Schaffung von Arbeitsplätzen beitrage. Zudem ist der Titel eines Biosphärenreservats nicht nur ökologisch wichtig, sondern lässt sich als eine Art Qualitätssiegel auch für die Vermarktung nutzen.


Laut einem Überprüfungsbericht im Vorfeld ist das einst bestehende Kernzonendefizit der Rhön mittlerweile getilgt, wie das BfN in Bonn bestätigt hatte. Dem Bericht zufolge erfüllen alle drei Länder die Anforderung. Die hessische Rhön hat demnach 3,14 Prozent, Thüringen 3,0 und Bayern 3,92 Prozent. Nauber rechnet damit, dass es für die Rhön keine böse Überraschung geben wird.

„Auch wenn die Unesco künftig genauer hinschauen möchte – wir gehen davon aus, dass uns der Titel nicht aberkannt wird. Alle erhaltenen Signale, besagen, dass wir eine Bestätigung bekommen“, erklärte Torsten Raab, Leiter der hessischen Verwaltungsstelle des BR Rhön. „Es wäre eine Bestätigung unserer geleisteten Arbeit. Der Titel stellt auch die Einzigartigkeit der Region heraus.“ Die Unesco ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen und zuständig für Bildung, Wissenschaft und Kultur.