Unwetter wütet in der Region: Wie sieht es bei Ihnen aus?

20. Mai 2019
Region

Schauer und Gewitter ziehen durch die Region. Seit Montagnachmittag gilt eine Unwetterwarnung des Deutschen Wetterdiensts. In mehreren Städten und Gemeinden stehen Straßen unter Wasser, in Buchenau ist ein Blitz in ein Haus eingeschlagen. Wie sieht es bei Ihnen aus? Unsere Zeitung ruft Sie dazu auf, uns Ihre Unwetterbilder zu schicken.

„Die Feuerwehren sind im ganzen Landkreis Fulda unterwegs“, sagt ein Polizeisprecher auf Nachfrage unserer Zeitung. Es sei – Stand 20.30 Uhr – niemand verletzt worden und es gebe auch keine größeren Sachschäden. Hauptsächlich handelt es sich laut Sprecher bei den Einsätzen um Überschwemmungen.

Das bestätigt auch ein Sprecher der Feuerwehr auf Nachfrage unserer Zeitung. Ständig würden neue Einsatzmeldungen bei ihm eintreffen, um 20.45 Uhr konnte er noch keinerlei Bilanz ziehen. Normalerweise würden sich Unwetter auf einzelne Teile der Region beschränken – „heute haben wir Pech gehabt“, sagt er. Das Unwetter sei besonders stark.

Mutter und Kinder sitzen in Buchenau beim Essen, als es plötzlich kracht und Flammen aus den Steckdosen schießen – ein Blitz hat in ein Einfamilienhaus in Buchenau eingeschlagen. Nachdem die Hausbesitzerin im Keller nach den Sicherungen geschaut hat, erwartet sie ein Nachbar, der auf Rauch aus dem Dachgeschoss aufmerksam macht.

Die Feuerwehren aus Eiterfeld-Mitte, Arzell, Buchenau, Großentaft und vom Stützpunkt in Hünfeld rücken mit insgesamt 40 Einsatzkräften an. Vor Ort stellt sich als Ursache für den Rauch ein Schwelbrand im Dachgeschoss heraus. Er kann schnell gelöscht werden. Verletzt wird niemand.

In Schlüchtern wird die Feuerwehr um 17.10 Uhr nach starken Regenfällen zu zwei Einsätzen in die Innenstadt gerufen. Einer davon führt sie in die Obertorstraße, wo unweit des Rathauses „Wasser im Gebäude“ gemeldet worden ist. Auch im Höbäcker Weg ist die Feuerwehr im Einsatz. Binnen kurzer Zeit ist der Elmbach, der vom Landrücken über Gundhelm in die Bergwinkelstadt fließt, stark angeschwollen, sodass sich die zu diesem Zeitpunkt rund 60 Einsatzkräfte unter anderem bei Getränke-Lambert auf eine Flutwelle vorbereiten und Sandsäcke bereitstellen. Dort ist ein Wohnhaus gefährdet, das direkt am Wasser liegt. Am späten Abend sind dort Dutzende Männer im Einsatz. Zuvor waren in Niederzell Straßen wie der Ahornweg überflutet. Auch dort musste das Wasser mittels Sandsäcken gebändigt werden. Aus manchen nicht betroffenen Stadtteilen werden Feuerwehrleute für die Einsätze an Flussläufen und Wasserwegen in der Bergwinkelstadt nachalarmiert. Axel Ruppert ordert als Koordinator im Feuerwehrstützpunkt am Untertor am späten Abend weitere 1000 Sandsäcke aus Maintal. Rund 2000 sind zu dieser Zeit bereits am Elmbach aufgetürmt.

In Steinau, Freiensteinau, Sinntal und Bad Soden-Salmünster ist die Hochwassersituation nach Angaben der dortigen Feuerwehren zumindest am frühen Montagabend eher unproblematisch. Wie die Wetterstation in Elm aufzeichnet, sind zwischen 14 und 18 Uhr in dem Schlüchterner Stadtteil insgesamt 27 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen. Der Pegel des Elmbachs schwillt binnen kurzer Zeit von sieben auf 50 Zentimeter an, nach einer ersten Welle überflutet er Grundstücke und dringt – mancherorts über die Kanalisation – in Keller von Wohnhäusern ein. In Sannerz schießt der Pegel der Kinzig von 20 auf 75 Zentimeter hoch.

Die Regenmenge ist bis dahin noch weit entfernt von den angekündigten 40 bis 100 Litern pro Stunde, die zwischen Sonntag 15 Uhr und Montag 12 Uhr in einer Warnmeldung vom Deutschen Wetterdienst angekündigt worden sind.

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An mehreren Orten sind Straßen überschwemmt, so auch in Fulda in der Keltenstraße. Dort hat sich Erde von einem Abhang gelöst und die Straße unter Schlamm gesetzt. Die Feuerwehr vom Fuldaer Stützpunkt Ost ist vor Ort und pumpt den Schlamm ab. Die Straße muss gesperrt werden.

In Hattenhof ist die Ortsdurchfahrt überschwemmt und zwischen Neuhof und Hattenhof gibt es eine Erdabschwemmung.

Ein Auto ist von der Bundesstraße 27 bei Rothemann von der Fahrbahn abgekommen und im Graben gelandet. Dabei verletzte sich eine Person leicht.

Im Vogelsbergkreis kam es in der Folge vom Unwetter zu zehn Einsatzstellen. „Von hochgedrückten Gully-Deckeln, über eine durch Wassereinbruch ausgelöste Brandmeldeanlage bis hin zur überfluteten Ortsdurchfahrt reichten die Alarme“, so ein Feuerwehrsprecher. Laut seinen Angaben waren mehr als 30 Feuerwehrleute im Einsatz. Sie schützten unter anderem die Produktionshalle eine Gewerbebetriebs mit Pumpen vor Überflutungen oder pumpten vollgelaufene Keller leer. Besonders betroffen war der Stadtteil Rainrod, dort musste die Fahrbahn der Ortsdurchfahrt wegen Wassermassen voll gesperrt werden. Die Sperrung dauerte um 19 Uhr noch an.

Schicken Sie uns Ihre Unwetterfotos!

Wie sieht es bei Ihnen aus? Stehen die Blumenkübel und Gartenmöbel noch? Oder sind schon Straßen geflutet? Dafür schicken Sie uns gerne Ihre Fotos (bevorzugt im Querformat) an internet@fuldaerzeitung.de. Bitte geben Sie Ihren Namen und Wohnort an. Eine Zusicherung der Rechte am Bild seitens des Einsenders sowie die Weitergabe der Rechte zur Veröffentlichung sind Voraussetzung für die Teilnahme. / lea