Video: Neuer Fuldaer Bischof bekommt „Wohnung ohne große Extras“

11. März 2019
Fulda

In der Zeit der Sedisvakanz, die am 5. Juni 2018 begann und mit der Amtseinführung von Bischof Dr. Michael Gerber am 31. März enden wird, wurden am Bischofshaus in Fulda grundlegende Sanierungsmaßnahmen durchgeführt. Am Montag hat das Bistum eine Begehung des Hauses durchgeführt und die neue Nutzung als „Haus der Bischöfe“ vorgestellt. Dort will der neue Bischof nur arbeiten, wohnen wird er hingegen in einem Nebengebäude. Dort bekommt er auch eine Sonderanfertigung – größenbedingt.

Kein Prunk, kein Protz – und vor allem keine Wellness-Badewanne: Der neue Fuldaer Bischof Michael Gerber verzichtet in seinem künftigen Wohnhaus neben dem ursprünglichen Bischofssitz auf Luxus. „Es ist eine Wohnung ohne große Extras“, sagte Diözesanbaumeister Martin Matl am Montag bei der Baustellen-Begehung. Die Kosten, um das denkmalgeschützte Gebäude aus der Barockzeit, auf Vordermann zu bringen, betragen 1,65 Millionen Euro, wie das Bistum mitteilte.

In dem Haus, das im 18. Jahrhundert erbaut wurde, wird Bischof Gerber – im Gegensatz zu seinen Vorgängern – aber nicht wohnen. Das Gebäude – Nutzfläche 890 Quadratmeter – soll künftig dienstlich genutzt werden; Es soll ein Ort der Begegnung werden, mit Büros für Organisation und Kommunikation. Dort werden Bischof Gerber, der am 31. März in sein Amt eingeführt wird, sowie Weihbischof Karlheinz Diez samt weiterer Gehilfen tätig. In wenigen Tagen sollen die Innenarbeiten der Sanierung weitgehend abgeschlossen werden. „Aktuell wird hier noch mit Hochdruck gearbeitet“, sagte Matl, während an der Decke eines großen Saals der Stuck ausgebessert wurde.

Bischof Gerber wird in ein weniger spektakuläres Nebengebäude rechts vom Bischofshaus, ein Fachwerkhaus, einziehen, wenn es fertig renoviert ist. Dort steht dem Geistlichen aus dem Erzbistum Freiburg eine 86 Quadratmeter große Wohnung zur Verfügung. Nicht zuletzt aufgrund des Priestermangels wird es in der Nachfolge des bisherigen Bischofskaplans, Dr. Florian Böth, keinen Priester mehr in dieser Funktion geben. Die Stelle wird künftig durch einen persönlichen Referenten (einen promovierten Theologen) wahrgenommen. Im Nebengebäude sind weiterhin zwei Gästezimmer vorgesehen. Pfarrer Böth wird noch bis zu den Sommerferien und damit in der Einführungsphase von Bischof Gerber zusätzlich zu seiner Verantwortung für die Pfarreien St. Peter in Petersberg und St. Paulus in Fulda die Aufgaben des Bischofskaplans übernehmen. Für diesen Zeitraum nutzt er weiterhin seine bisherige Wohnung im Nebengebäude des Bischofshauses. Aus diesem Grunde wird Bischof Gerber übergangsweise für seine Privatwohnung zwei Zimmer im Bischofshaus nutzen.

Für seine neue Wohnung im Fachwerkhaus bringe Gerber dann „sein eigenes Mobiliar mit“, sagte Matl zu Fragen der Innenausstattung. Im Badezimmer gebe es noch nicht mal eine Badewanne, verriet der Projektleiter des Bistums, Alfred Storch. „Das ist nicht mehr zeitgemäß“, begründete er. Die Luxus-Badewanne war vor einigen Jahren der Inbegriff der ausschweifenden Finanz-Planungen des ehemaligen Limburger Oberhirten Franz-Peter Tebartz-van Elst für sein Bischofshaus.

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Größere Tür für 1,92 Meter großen Bischof

Ganz ohne Sonderausstattung kommt aber auch der neue Fuldaer Bischof nicht aus: Seine Wohnungseingangstür wird von 1,90 auf 2,05 Meter erhöht. Denn Gerber ist ein großer Mann und misst 1,92 Meter. Bis er in zweiten Jahreshälfte in sein neues Domizil einziehen kann, wohnt er übergangsweise im Bischofshaus – auf nur rund 50 Quadratmetern wie Storch sagte.

Das Bischofshaus wird seit dem Sommer 2018 grundlegend saniert. Bei dem Gebäude handelt es sich im Kern um ein denkmalgeschütztes Haus aus der Barockzeit – erbaut von Propst Stephan von Cloth 1717 bis 1721. Neben der Dachsanierung und dem Neuaufbau der Haustechnik, die teilweise noch aus den 1950er gestammt habe, sind denkmalpflegerische Arbeiten an den Stuckdecken sowie an Holz- und Steinoberflächen gemacht worden. „Jetzt läuft der Endspurt. Bis der neue Bischof kommt, soll alles weitgehend fertig sein“, sagte Storch.

Der emeritierte Fuldaer Bischof Heinz Josef Algermissen vollzog als Chef im Bischofshaus keine Trennung zwischen Wohnen und Arbeiten. Doch letztlich habe der Hausherr in dem Gebäude auch nur drei Zimmer für sich genutzt und bewohnt, sagte Bistumssprecher Christof Ohnesorge. Algermissen war ohnehin nicht glücklich mit dem Haus am Michaelsberg. „Wenn ich im Schlafzimmer bin und im Wohnzimmer etwas vergessen habe, muss ich 50 Meter gehen“, sagte er im Jahr 2013. In den weitläufigen Räumen habe er keine Privatsphäre empfunden.

Neben den 1,65 Millionen Euro werden außerdem 500.000 Euro für die Sanierung der den Michaelsberg einfassenden Natursteinmauer aufgewendet. Der Kirchensteuerrat, der sich aus gewählten ehrenamtlichen Mitgliedern aus dem gesamten Bistumsgebiet zusammensetzt, hat die Maßnahmen geprüft und die entsprechende Mittelfreigabe erteilt. / lea, alb, dpa

Michael Gerber zu seinem Bischofs-Amt in Fulda

Liebe Schwestern und Brüder im Bistum Fulda und im Erzbistum Freiburg! Am heutigen Tag hat Papst Franziskus mich zum Bischof von Fulda ernannt. Unserem Heiligen Vater, Papst Franziskus, seinen Mitarbeitern und dem Domkapitel zu Fulda danke ich für das große Vertrauen, welches darin zum Aus­druck kommt.