Von Fulda nach Kenia: Ein Freiwilliger berichtet

22. April 2014
Fulda

Sechs Wochen lang hat Gian Bhogal als Freiwilliger in Kenia garbeitet. Heute berichtet der 21-jährige Fuldaer Student über seine Arbeit in einem Kinderprojekt in Nairobi.

"Im Sommer fahre ich auf jeden Fall zurück nach Afrika." - das hat sich Gian Bhogal aus Rödermark fest vorgenommen, nachdem er vergangenen Winter sechs Wochen in einem Kinderheim in Nairobi gearbeitet hat. "Ich habe mein Projekt geliebt", sagt er zurückblickend und das Schönste sei für ihn gewesen, sich mit den Kindern zu beschäftigen und sie zum Lachen zu bringen.
Sein Wunschprojekt fand er über die Organisation "VoluNation", die diverse Projekte zu Freiwilligendiensten im Ausland anbietet.


Englischlehrer und Spielkamerad

Natürlich ging Bhogal nicht nur darum, mit den Kindern herumzutollen. Das Kinderheim, in dem rund dreißig Kinder wohnen, hat eine eigene Schule, in der er insbesondere als Englischlehrer eingesetzt wurde. Sein Arbeitstag begann morgens aber zunächst mit einer ganz anderen Tätigkeit: Die Schuhe der Kinder mussten geputzt werden. Darauf wurde im Kinderheim sehr viel Wert gelegt. Erst danach begann die Schule.

Meist unterrichtete Gian Bhogal die 12- bis 14-Jährigen, die bereits gut Englisch sprechen konnten. "Das Problem war das Schreiben, deshalb mussten die Schüler bei mir viele Diktate schreiben", sagt er. Arbeitsmaterialien gab es nicht, die Aufgaben für den Unterricht hat er sich immer selbst ausgedacht. Besonders angenehm war die Klassengröße in Nairobi: etwa sieben bis acht Schüler galt es zu unterrichten. Wenn mal einer der drei festangestellten Lehrer fehlte, unterrichte er auch Mathe. "Das hat den Kindern wirklich Spaß gemacht, weil sie schnelle Erfolge gesehen haben", so Bhogal.

Ihr Mittagessen haben die Kinder immer gegen 13 Uhr bekommen. Reis oder das in Afrika verbreitete Ugali, gekochtes Maismehl, mit Bohnen und Gemüse waren die von der Köchin des Kinderheims am häufigsten zubereiteten Mahlzeiten.

Toben, spielen, Hausaufgabenhilfe

An den Nachmittagen beschäftigte sich der Fuldaer Student draußen mit den Kindern. Fangen spielen, herumtoben - "was man mit Kindern eben so macht." Gerade die älteren hatten am Nachmittag auch ihre Pflichten. Das Gras für die beiden Kühe des Kinderheims wurde täglich gesammelt. Manchmal begleitete er sie dabei. Später war dann Zeit, die Hausaufgaben zu machen, auch hier stand er als Ansprechpartner zur Verfügung, bevor sein Arbeitstag allmählich zu Ende ging.

Freizeit?
An den Wochenenden hatte Gian Bhogal aus Rödermark die Möglichkeit, mit anderen Freiwilligen von "VoluNation" mal auf eine Safari zu gehen oder ins Zentrum von Nairobi zu fahren, um Land und Leute noch besser kennen zu lernen.

Eines seiner schönsten Erlebnisse war, als er eines Tages als einziger Freiwilliger noch im Kinderheim blieb und mit den Kindern gespielt hat. "Da wusste ich, dass ich angekommen bin", sagt er. Jetzt freut sich Bhogal bereits auf ein Wiedersehen in wenigen Monaten.
Beruflich will er später auf jeden Fall mit Kindern arbeiten und hat sich deshalb für das Studium der Sozialen Arbeit an der Fachhochschule Fulda entschieden. / val