Heiko Wingenfeld wird OB: „Überrascht von hohem Stimmanteil" – niedrige Wahlbeteiligung (mit Video)

16. März 2015
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Fulda

Zwischen 8 und 18 Uhr hatten die Wähler heute Zeit, ihre Stimme abzugeben. Bei der OB-Wahl bescherten sie Dr. Heiko Wingenfeld am Ende einen deutlichen Sieg. Die Wahlbeteiligung allerdings war einmal mehr mau.

Hier gibt es die Ergebnisse im Detail:

Alle 78 Wahlbezirke im Überblick: Hier hatte Wingenfeld keine absolute Mehrheit

Zusammenfassung:
Ein bisschen hatten Birgit Kömpel (SPD) und Ralf Zwengel (Grüne) sicherlich gehofft, als Gegenkandidaten für eine Überraschung zu sorgen und eine Stichwahl herbeizuführen. Das misslingt allerdings völlig. Auch wenn das Wahlergebnis Wingenfelds mit 66,6 Prozent der Stimmen diabolisch anmutet – einen Pakt mit dem Teufel ist der CDU-Mann sicherlich nicht für diesen Erfolg eingegangen. Durch seine Arbeit als Erster Kreisbeigeordneter ist er in der Region bekannt und ganz offensichtlich sehr geschätzt. Er ließ damit seinen beiden Kontrahenten nicht den Hauch einer Chance.

Ein Wermutstropfen ist aber auch für den klaren Wahlsieger die mit 33,3 Prozent niedrige Wahlbeteiligung. Bereits beim Forum unserer Zeitung vor einer Woche zeichnete sich an den Besucherzahlen ab, dass in der Stadt Fulda weniger Interesse an der Kommunalpolitik zu bestehen scheint, als beispielsweise in Künzell, Burghaun oder Kalbach. „Ich möchte, dass wir es mit den Bürgern gemeinsam schaffen, dass sich Fulda weiter nach vorne bewegt", äußerte sich der Sieger dazu.

Birgit Kömpel
war indes mit Platz zwei und knapp 23 Prozent der abgegebenen Stimmen zufrieden – in Anbetracht „Fuldaer Verhältnisse." Enttäuschung herrschte hingegen im Grünen-Lager, wo man sich nach einem kraftraubenden Wahlkampf mehr ausgerechnet hatte. Ralf Zwengel blickte aber gleich nach vorne auf die Kommunalwahlen 2016: „Wir hoffen, dass wir da besser abschneiden als bei einer Personenwahl."

Hier lesen Sie noch einmal den Wahlabend im Live-Ticker. Wenn Sie eine chronologische Reihenfolge bevorzugen, dann beginnen Sie bitte unten.

19.25 Uhr:
Wir beenden damit unseren Live-Ticker hiermit. In unserer gedruckten Montagsausgabe sowie im E-Paper lesen Sie mehr über den heutigen Wahlabend. Später folgt an dieser Stelle noch ein Video.

19.16 Uhr: Alle 78 Wahlbezirke sind ausgezählt. Hier das vorläufige Endergebnis:

– Heiko Wingenfeld (CDU): 66,6 Prozent/10.881 Stimmen
– Birgit Kömpel (SPD): 22,7 Prozent/3706 Stimmen
– Ralf Zwengel (Grüne): 10,7 Prozent/1752 Stimmen
– Wahlbeteiligung: 33,3 Prozent

Nach dem Verlesen des offiziellen vorläufigen Wahlergebnisses beendet Gerhard Möller den offiziellen Teil des Abends. Um 19.30 Uhr gibt es eine Live-Übertragung des Hessischen Rundfunkes aus dem Stadtschloss.

Birgit Kömpel wertet das Wahlergebnis als persönlichen Erfolg. „Für Fulda ist das ein gutes Ergebnis", sagt die SPD-Kandidatin. Enttäuschung herrscht indes im Lager der Grünen, die sich definitiv mehr ausgerechnet haben.

„Ich hätte mir ein anderes Ergebnis gewünscht", sagt Ralf Zwengel (Grüne) nach der Wahl. „Wir richten den Blick aber nach vorne auf die Kommunalwahl im kommenden Jahr und hoffen, dass wir da besser abschneiden als bei einer Personenwahl."

19.13 Uhr: Nun hat Wingenfeld das Wort: „Ich bin offengestanden überrascht über einen so hohen Stimmenanteil. Allerdings weiß ich auch, dass damit große Erwartungen verknüpft sind und große Herausforderungen auf mich warten". Der Wahlsieger dankt seiner Familie, die ihn tatkräftig im Wahlkampf unterstützt habe.

Auch für Birgit Kömpel und Ralf Zwengel hat er einige warme Worte parat und dankt ihnen für einen fairen sachlichen Wahlkampf. Zur niedrigen Wahlbeteiligung sagt er: „Auch daran will ich als Oberbürgermeister arbeiten, ich möchte, dass wir es mit den Bürgern gemeinsam schaffen, dass sich Fulda weiter nach vorne bewegt."

19.11 Uhr: CDU-Landtagsabgeordneter Dr. Walter Arnold sowie Bürgermeister Dag Wehner schließen sich den Gratulanten an und überreichen Blumen und Geschenke. Der Saal spendet freundlichen Applaus.

19.09 Uhr: Der amtierende OB Gerhard Möller (CDU) gratuliert Heiko Wingenfeld und wünscht ihm alles Gute. Den Gegenkandidaten dankt Möller für einen fairen Wahlkampf. „Wir durften ein gutes Beispiel für gelebte Demokratie erleben."

Die nächsten Gratulationen spricht Landrat Bernd Woide aus, dessen Stellvertreter Wingenfeld derzeit noch ist. „Ein hervorragendes Wahlergebnis", lobt Woide, der aber auch Kömpel und Zwengel lobt. Woide merkt zudem an: „Wenn man sich das Wahlergebnis anschaut, muss man sich schon manche Frage stellen. Aber diese Kandidaten sind sicher nicht Schuld daran."

19.03: Nur noch ein Wahlbezirk fehlt – der wird an dem Ergebnis allerdings nicht mehr viel ändern. Heiko Wingenfeld wird neuer Oberbürgermeister in Fulda. Er setzte sich klar gegen seine zwei Konkurrenten durch.

Heiko Wingenfeld (CDU): 66,7 Prozent
Birgit Kömpel (SPD): 22,6 Prozent
Ralf Zwengel (Grüne): 10,7 Prozent
Wahlbeteiligung: 33,6 Prozent

19.01 Uhr: Fussballfangesänge und tosender Applaus für Wingenfeld, als OB Gerhard Möller gratuliert.

18.54 Uhr: 10.148 Wähler haben bisher für Wingenfeld gestimmt. 3431 waren für Kömpel, 1629 für Zwengel. Es fehlen noch der Bezirk Cuno-Raabe-Schule 1 und die Briefwahlbezirke Briefwahl Stadtschloss 1 und Briefwahl Stadtschloss 6.

18.45 Uhr: Zwischenstand nach 75 von 78 Wahlbezirken:

– Heiko Wingenfeld (CDU): 66,7 Prozent
– Birgit Kömpel (SPD): 22,6 Prozent
– Ralf Zwengel (Grüne): 10,7 Prozent
– Wahlbeteiligung: 31,5 Prozent

18.29 Uhr: Das Ding dürfte gelaufen sein. 60 Wahlbezirke sind ausgezählt – 18 folgen noch. 67,4 Prozent haben bisher Heiko Wingenfeld gewählt. Das sind 7389 der abgegebenen Stimmen.

18.23 Uhr: Mit 39 Wahlbezirken ist mittlerweile die Hälfte ausgezählt. Der Zwischenstand:

– Heiko Wingenfeld (CDU): 67,0 Prozent
– Birgit Kömpel (SPD): 23,2 Prozent
– Ralf Zwengel (Grüne): 9,8 Prozent
Wahlbeteiligung: 28,8 Prozent

18.18 Uhr: Es geht Schlag auf Schlag. Die Ergebnisse aus den Wahllokalen treffen im Minutentakt ein. Nach 21 ausgezählten Wahlbezirken liegt der Favorit Wingenfeld mit 68,5 Prozent vorne.

Die Tendenz spricht zurzeit klar für einen Sieg des CDU-Kandidaten. Auch eine Stichwahl liegt momentan in weiter Ferne. Kömpel und Zwengel vereinen gerade einmal knapp 32 Prozent der Stimmen.

18.14 Uhr: Mittlerweile sind zehn Wahlbezirke ausgezählt. Wingenfeld liegt deutlich vorne: 65,9 Prozent. Für Kömpel haben bisher 25 Prozent gestimmt, für Zwengel 9,1 Prozent.

18.12 Uhr: Ralf Zwengel ist der erste der drei Kandidaten, der sich im Marmorsaal einfindet – mit grünem Schal bekleidet. Er wirkt entspannt und gut gelaunt.

18.10 Uhr: Mittlerweile ist der erste Wahlbezirk ausgezählt. Im Bürgerhaus Rodges stimmten 67,4 Prozent der Wähler für Heiko Wingenfeld (CDU). Birgit Kömpel kommt auf 18,6 Prozent, Ralf Zwengel auf 14 Prozent. 30,5 Prozent der 141 Wahlberechtigten hatten ihre Stimme abgegeben.

18.05 Uhr: Für die Außenseiter bei der heutigen OB-Wahl gab es Unterstützungsaufrufe auf Twitter. Die SPD-Landesgruppe forderte dazu auf, Birgit Kömpel zu wählen. Für etwas Rückenwind für Ralf Zwengel wollte eine Grünen-Bundestagsabgeordnete mit einem Tweet sorgen.

18.00 Uhr: Jetzt geht nichts mehr – die Wahllokale sind geschlossen. Wer wohl die meisten Stimmen gesammelt hat?

Böse Zungen behaupten ja, dass in Fulda auch ein Besenstiel zum Oberbürgermeister gewählt werden würde, solange die CDU ihn als Kandidaten aufstellt. Da Heiko Wingenfeld in Sachen Kompetenz und Sympathie meilenweit von einem Besen entfernt ist, ist er heute der große Favorit auf das Amt des Stadtoberhauptes.

Dennoch verspricht der Abend Spannung: Holt Birgit Kömpel (SPD) mehr Stimmen als ihr Kontrahent von den Grünen, Ralf Zwengel? Und bekommen beide zusammen vielleicht genug Stimmen, um eine Stichwahl in zwei Wochen herbeizuführen?

Eine Enttäuschung für alle drei Kandidaten zeichnet sich ja bereits ab: Die Wahlbeteiligung liegt offenbar deutlich unter 50 Prozent. Wer auch immer in Fulda Oberbürgermeister wird, er sollte sich auch mit der Frage auseinandersetzen, weshalb in der Stadt das Interesse an der Kommunalpolitik derart gering ist. Das hatte sich ja bereits bei unserem Wahlforum vor einer Woche abgezeichnet, bei dem es weniger Anmeldungen gab als in Künzell, Burghaun oder Kalbach.

17.34 Uhr: Um 17.34 Uhr ist der Marmorsaal noch leer. Per Beamer werden hier später die Wahlergebnisse an die Wand geworfen. Noch steht bei jedem Kandidaten die 0. Das wird sich bald ändern.

Wenige Meter entfernt geben im Stadtschloss noch Wähler ihre Stimme ab. Doch ob das reicht, die erneut schwache Wahlbeteiligung noch nach oben zu ziehen? Mal schauen, wann sich Kömpel, Wingenfeld und Zwengel hier einfinden ...

17.20 Uhr: Knapp ein Viertel der Wahlberechtigten (24,89 Prozent) hat bis 17 Uhr seine Stimme abgegeben. Damit haben bisher 12.330 gewählt. 2009 waren es zu diesem Zeitpunkt 20,15 Prozent.

16.55 Uhr: Auch wenn die Wahlbeteiligung bisher höher als 2009 ist, scheinen in Fulda einmal mehr deutlich weniger als die Hälfte der Wahlberechtigten ihre Stimme bei einer OB-Wahl abzugeben. Bei der letzten Abstimmung mit drei Kandidaten 2003 lag die Beteiligung bei nur 36,4 Prozent. In Kürze folgt der Zwischenstand der Wahlbeteiligung bis 17 Uhr.

16.45 Uhr: Auf seiner Facebook-Seite versuchte CDU-Kandidat Wingenfeld heute noch einmal, die Wähler zu mobilisieren. „Bewegen Sie Fulda und nutzen Sie heute Ihr Wahlrecht bei der Oberbürgermeister-Wahl!!" steht dort.

16.20 Uhr: Das Trio Wingenfeld, Kömpel und Zwengel hat zumindest bisher mehr Wähler mobilisiert als bei der vorangegangenen Oberbürgermeisterwahl 2009. Bis 14 Uhr hatten laut der Wahl-Homepage der Stadt 15,52 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Vor fünf Jahren waren es zu diesem Zeitpunkt nur 12,79 Prozent. Damals stand allerdings mit dem amtierenden OB Gerhard Möller (CDU) nur ein Kandidat zur Wahl – am Ende hatten 25,6 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben.

16.02 Uhr: Insgesamt können dieses Jahr 49.537 Wahlberechtigte ihre Stimme abgeben. 2009 waren es 48.176.

15.35 Uhr: Seit 8 Uhr haben die Wahllokale geöffnet. Am Abend werden die Stimmen in den 78 Wahlbezirken ausgezählt. Sobald es die ersten Ergebnisse aus den Wahllokalen gibt, erfahren sie es im Wahl-Ticker von fuldaerzeitung.de.

15.17 Uhr: Wer wird der Nachfolger von Gerhard Möller (CDU)? Der amtierende OB tritt aus privaten Gründen nicht noch einmal an. 2003 hatte sich Möller mit 74,1 Prozent gegen Bernhard Lindner (15,1 Prozent) und Ernst Sporer (10,8 Prozent) durchgesetzt. Sechs Jahre später sprachen die Fuldaer dem OB erneut ihr Vertrauen aus.

Das hatten die Kandidaten auf die Frage, warum sie gewählt werden sollten, geantwortet:

Heiko Wingenfeld (CDU):
„Weil ich der Richtige bin. Ich bringe die nötige Ausbildung, Berufserfahrung und Leidenschaft für meine Heimat mit, um Fulda weiterentwickeln zu können."

Birgit Kömpel (SPD):
Ich stehe für ein familienfreundliches und modernes Fulda und möchte gestalten statt nur verwalten. Meine Erfahrung aus der Wirtschaft und als Mutter von zwei Kindern kann ich sehr gut in meine Arbeit als Oberbürgermeisterin einbringen. Wichtig ist mir der Ausbau der Kinderbetreuung – sowohl in der Schule als auch in unseren Kindertagesstätten. Ich möchte Fulda familienfreundlicher machen und denke da zuallererst an die Familien, die sich das teure Wohnangebot in der Stadt nicht leisten können."

Ralf Zwengel (Grüne):
„Wenn Sie in einer weltoffenen Stadt leben möchten, in der alle Menschen willkommen sind, wo nicht nach ethnischer oder sozialer Herkunft beurteilt wird, in der alle mitwirken und teilhaben können, in der auch an das Wohl kommender Generationen gedacht wird, dass Entscheidungen gerecht sind, transparent und nicht isoliert vom Gesamtzusammenhang getroffen werden, sollten Sie für mich stimmen." / val, sps, dk

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