Waldbrandgefahr in der Region – Kiefern besonders anfällig

23. April 2019
Fulda/Kinzigtal

Bei sonnigem, trockenem Wetter haben zahlreiche Fuldaer das Osterfest dieses Jahr im Garten gefeiert. Die anhaltende Trockenheit erhöht allerdings die Waldbrandgefahr. Besonders Kiefern- und Nadelwälder seien gefährdet, sagen die Forstamtsleiter von Fulda und Schlüchtern.

Von unserem Redaktionsmitglied Eva Rützel

Mehrere Waldbrände beschäftigten die Feuerwehren am Wochenende und in der vergangenen Woche. In Lüdermünd, Tann und auch am Samstag in Schlüchtern hatten die Feuerwehren Einsätze, bei denen zum Teil 1000 oder 2000 Quadratmeter große Waldflächen brannten.

Trockenes Laub, trockener Waldboden

„Die Waldbrandgefahr ist momentan hoch“, sagt David Nöllenheidt, Leiter des Forstamts Fulda. Das sei aber im April nicht ungewöhnlich. „Der April ist eine kritische Zeit. Es liegt noch trockenes Laub vom Winter auf dem Waldboden, und das junge Grün ist noch nicht komplett da“, so Nöllenheidt. „Die Natur braucht dringend Wasser. Die Böden hätten sich im Winter ausreichend mit Wasser versorgen sollen. Das war aber nicht der Fall.“

Brandgefahr in Giesel und Michelsrombach

Im Kreis Fulda seien hauptsächlich der Gieseler Forst und der Michelsrombacher Wald gefährdet, erklärt der Forstamtsleiter von Fulda. Wie der Forstamtsleiter von Schlüchtern, Jörg Winter, erklärt, seien die Wälder in und um Hanau und Gelnhausen sowie im Rhein-Main Gebiet bis Darmstadt stärker gefährdet als die Wälder im Bergwinkel und in Salmünster. Die Gefahr im Kinzigtal gehe vor allem von trockenem Gras und trockenen Hecken aus.

Baumharz ist leicht entzündlich

„Besonders Kiefern- und Nadelwälder sind gefährdet. Die Kiefer hat eine lichtere Baumkrone und lässt viel Sonne auf den Waldboden durch. Es gibt weniger Bodenvegetation als in Laubwäldern“, so Nöllenheidt. Der Forstamtsleiter in Schlüchtern erklärt, dass das Harz der Nadelbäume außerdem leicht entzündlich sei. Je höher der Anteil an Laubhölzern, desto geringer sei die Waldbrandgefahr aufgrund von Trockenheit.

Gefahr durch Rauchen und Grillen

Eine Sicherheit gäbe es jedoch nie: „Die Waldbrandgefahr wird im Frühjahr häufig unterschätzt“, sagt der Experte. Achtlos weggeworfene Zigarettenkippen, Funken beim Grillen und generell offenes Feuer könnten einen Waldbrand auslösen.

Waldbesucher sollten daher besonders darauf achten, dass sie ausschließlich auf ausgewiesenen Grillplätzen grillen. Funkenflug könne eine Gefahr für den Wald darstellen. Die Forstamtleiter weisen außerdem darauf hin, dass Rauchen in Wäldern generell verboten ist.

Kripo ermittelt zu Brandursache in Schlüchtern

Nach dem Flächenbrand am Montagabend im Wald bei Schlüchtern hat die Kriminalpolizei die weitere Ermittlungen bezüglich der Brandursache aufgenommen.