Werden Lifte im Osthessen-Center abgeschaltet?

28. April 2019
Fulda

Aufregung bei den Bewohnern des Osthessen-Centers: Nach Informationen unserer Zeitung könnten ab Sommer die Aufzüge in dem 16 Etagen hohen Gebäude stillstehen. Die Eigentümer können sich anscheinend nicht auf eine Sanierung einigen.

Von unserem Redaktionsmitglied Sebastian Kircher

Das Osthessen-Center wurde in den 70er-Jahren gebaut und galt damals mit Kosten von 35 Millionen Mark als das größte private Bauvorhaben Fuldas. Es besteht aus mehreren Gebäuden: Zu ihm gehören die Hausnummer 58, 60, 62 und 64 in der Heinrichstraße sowie die Nummern 24 und 26 in der Petersberger Straße. Mehr als 230 Wohnungen gibt es im Osthessen-Center. Die Hausnummer 60 ist dabei mit 16 Etagen das höchste der Gebäude. Um die 51 Meter nach oben schnell zurückzulegen, sind zwei Aufzüge in dem Haus installiert – Baujahr 1972, erneuert 1982.

Jetzt stehen die Lifte offenbar vor der Stilllegung. Wie Bewohner gegenüber unserer Zeitung erklären, sollen die Aufzüge wohl im Juni zwangsweise abgestellt werden. Die fast 40 Jahre alten Geräte würden keine weitere TÜV-Überprüfung überstehen und seien dringend sanierungsbedürftig.

Die Bewohner – auf dem Klingelschild zur Hausnummer 60 stehen mehr als 70 Namen – sind geschockt. Ein Mieter ist fassungslos, dass die Aufzüge möglicherweise gesperrt werden müssen. „Hier geht es nicht nur um Bequemlichkeit. In dem Haus wohnen Rollstuhlfahrer, Menschen mit Rollator oder einer anderen Einschränkung. Und vor allem leben im Osthessen-Center viele ältere Menschen, für die Treppensteigen eine Last ist. Sie sind auf einen funktionierenden Aufzug angewiesen“, sagt ein Betroffener im Gespräch mit unserer Zeitung. Schon jetzt ist einer der Aufzüge außer Betrieb.

Mehr als 200 Eigentümer

Eine Lösung scheint allerdings nicht in Sicht. Denn die Wohnungen im Osthessen-Center gehören mehr als 200 Eigentümern. Diese leben nur teilweise in der Region, sind über die ganze Bundesrepublik verstreut – und sind sich wohl alles andere als einig, wenn es um Sanierungen im Osthessen-Center geht.

Verwalter des Objekts sind die VR-Immobilien in Bad Hersfeld. Deren Geschäftsführer Marco Groß möchte sich zu der Aufzug-Problematik nicht äußern. Er bestätigt weder, dass die Lifte bald abgeschaltet werden, noch dementiert er es. Groß betont: „Wir sind die Verwalter und setzen nur das um, was die Eigentümerversammlung beschließt.“ Ohne deren Entscheidung seien ihm die Hände gebunden.

Einen kleinen Lichtblick gibt es für die Bewohner des Osthessen-Centers. Ende Mai soll eine erneute Versammlung der Eigentümer stattfinden, in der über die Aufzüge gesprochen werden soll. Ein Insider aus dem Haus glaubt jedoch nicht an einen Erfolg: „Da wird eine Lösung blockiert“, meint er und ergänzt: „Selbst wenn es zu einer Einigung käme und die Sanierung sofort angegangen würde: Die Reparatur der Aufzüge ist so aufwendig, dass es mindestens bis Herbst dauern würde, bis sie wieder fahren.“

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