Wilke-Wurst wurde auch in die Region geliefert

10. Oktober 2019
Kreis Fulda

Von dem Skandal um die keimbelasteten Wurstwaren der Firma Wilke ist auch die Region Fulda betroffen: Zu den Kunden des Herstellers zählten viele Einrichtungen in der Region. Allein im Klinikum Fulda mussten 130 Kilo Wilke-Wurst entsorgt werden. Auch Seniorenheime von Mediana, DRK und AWO wurden von Wilke beliefert.

Das berichtet Klinikum-Vorstandschef Dr. Thomas Menzel gegenüber unserer Zeitung. Direkt nachdem am 2. Oktober die Rückrufaktion der Wilke-Produkte bekannt wurde, habe das Klinikum die Bestände durchsucht und die betroffenen Waren entsorgt. Insgesamt seien 130 Kilo Wurst weggeworfen worden, sagt Menzel.

Krankheitsfälle, bedingt durch die belasteten Wurstwaren, habe es keine gegeben, erklärt er. Dass noch welche hinzu kommen, hält Menzel für eher unwahrscheinlich: Die Inkubationszeit, also die Dauer von der Aufnahme des Erregers bis zum Ausbruch der Krankheit, betrage bei dieser Form der Listeriose zehn Tage. „Die Rückrufaktion ist aber bereits neun Tage her, und bislang gab es keinen Fall“, sagt er. Dennoch sei das Personal für die potenziellen Bakterien sensibilisiert.

Bei Waren des Wurstherstellers Wilke aus dem nordhessischen Twistetal wurden Listerien entdeckt. Diese Bakterien können besonders für kranke und ältere Menschen gefährlich werden, zwei Todes- und mindestens 37 Krankheitsfälle in Hessen sind auf Listerien von Wilke-Wurst zurückzuführen. Am 2. Oktober rief der Hersteller seine Erzeugnisse zurück. Der Betrieb ist mittlerweile geschlossen und ein Fall für die Justiz.

Auch bei anderen Einrichtungen, zum Beispiel Seniorenheimen, in der Region Fulda stand Wilke-Wurst auf dem Speiseplan. Mehr darüber lesen Sie in der Donnerstagausgabe der Fuldaer Zeitung oder im E-Paper. / kir

Anzeige
Anzeige