„Wir bringen Urbanität und Ökologie in Einklang“: OB nennt Details zur Sternenstadt Fulda

12. Februar 2019
Fulda

Fulda ist die erste Sternenstadt Deutschlands: die Stadt möchte gegen die Lichtverschmutzung Zeichen setzen. Dafür hat sie nun international Anerkennung erfahren: Die in den USA ansässige International Dark-Sky-Association (IDA) hat vor Kurzem die Bewerbung der Stadt um den Status Dark-Sky-Community positiv beschieden.

Weltweit ist Fulda nun die zweitgrößte Stadt, die diesen Status erhalten hat. In Europa ist Fulda unter insgesamt fünf Kommunen sogar die größte Stadt, teilt die Stadt mit. Bei einem Pressetermin heute Mittag im Fuldaer Stadtschloss zeigten sich Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld und der zuständige Umweltdezernent der Stadt, Stadtbaurat Daniel Schreiner, hocherfreut über die Zusage aus den USA:

„Die Bewerbung war durchaus ein Kraftakt, und ich bin froh, dass sie zum Erfolg geführt hat. Das Signal lautet: Ein großer Teil der Lichtverschmutzung ist vermeidbar, und wir wollen mit intelligenten Lösungen als Vorbild für andere Kommunen vorangehen “, betonte Wingenfeld. Der Titel „Sternenstadt“ bedeute nicht, dass es nun auf Fuldas Straßen dunkler werden: „Aber Licht gehört auf den Gehsteig und die Straße – und nicht in den Himmel.“ Die Stadt schaffe es damit, „Urbanität und Ökologie in Einklang zu bringen“.

„Wir bringen Urbanität und Ökologie in Einklang“: OB nennt Details zur Sternenstadt Fulda

Stadtbaurat Schreiner ergänzte, zu viel und vor allem falsch gerichtetes, schlecht gesteuertes Licht in kalten Lichtfarben beeinträchtige das Leben vieler nachtaktiver Arten, störe Pflanzen und belaste die Gesundheit der Menschen. „Das muss nicht sein“, so Schreiner. Es sei leicht möglich, künstliches Licht standort- und bedarfsgerecht einzusetzen. „So kann man Lichtverschmutzung vermeiden, Kosten senken und durch Energieeinsparung einen Beitrag zum Klimaschutz leisten.“

Mit Blick auf die Bewerbung als „Sternenstadt“ hat die Stadt Fulda bereits eine Richtlinie verabschiedet, die dazu beitragen soll, das Erscheinungsbild der Stadt vor Überinszenierung durch falsch eingesetztes Licht zu schützen. Die Richtlinie ist zunächst eine Selbstverpflichtung der Stadt, bei eigenen Beleuchtungsanlagen Lichtverschmutzung zu minimieren.

„Wir bringen Urbanität und Ökologie in Einklang“: OB nennt Details zur Sternenstadt Fulda

Die Richtlinie soll aber auch private Bauherren und Planern sowie Geschäftsleuten und Gewerbetreibenden Handreichungen für eine energiesparende, klimafreundliche Lichtoptimierung bieten. Die Stadt will dabei für eine freiwillige Mitwirkung sensibilisieren und bietet auch entsprechende Beratung an. Fulda setzt bei Neuerrichtung von öffentlichen Beleuchtungsanlagen generell zeitliche Steuerungen zum Dimmen und Abschalten der modernen LED-Leuchten ein.

Mit Blick auf die Straßenbeleuchtung profitiert die Stadt von der jahrelangen Expertise der Rhön Energie Fulda-Gruppe mit ihrem Tochterunternehmen Osthessen Netz. Bei dem Pressetermin im Stadtschloss erläuterte Osthessen Netz-Geschäftsführer Matthias Hahner: „Immer mehr Menschen erkennen und fordern einen verantwortungsvolleren Umgang mit Licht. Doch als wir vor circa 20 Jahren damit begannen, die überall verbreiteten Quecksilberdampflampen durch insektenfreundliche Natriumdampflampen auszutauschen, waren wir damit noch Umwelt-Pioniere.“

„Wir bringen Urbanität und Ökologie in Einklang“: OB nennt Details zur Sternenstadt Fulda

In Fulda wurden bereits mehr als 500 Altstadtleuchten auf umweltfreundliche LED-Leuchten umgerüstet. In der Zeit zwischen 22.30 und 5.30 Uhr sind sie um 50 Prozent gedimmt. Die Ersparnis beträgt rund 80.000 Kilowattstunden pro Jahr. Weitere Informationen zum Thema nachhaltige Beleuchtung in der Region Fulda finden Sie im Internet unter www.re-fd.de/mein-magazin.

Hintergrund: Die Bewerbung der Stadt Fulda stand unter anderem im Zusammenhang mit der Initiative „Sternenpark“ im Biosphärenreservat Rhön. Das UNESCO-Biosphärenreservat Rhön wurde bereits im Jahr 2014 von der IDA als Sternenpark anerkannt. Fuldas Auszeichnung als „Sternenstadt“ bildet nun das urbane Pendant zum bestehenden ländlichen Sternenpark – „eine in dieser Kombination weltweit einmalige Konstellation“, betonten Torsten Raab von der hessischen Verwaltungsstelle des Biosphärenreservats Rhön und Sternenpark-Koordinatorin Sabine Frank.

Touristisch können beide Projekte sich gegenseitig befruchten. Schon jetzt gebe es in der Stadt astronomische Sternenstadtspaziergänge, die auch die Aspekte der Lichtverschmutzung thematisieren. Weitere Informationen gibt es unter www.biosphaerenreservat-rhoen.de/sternenpark / FZ

OB Wingenfeld verkündet: Fulda wird erste Sternenstadt Deutschlands

Auf einer Fastnachtsveranstaltung in Sickels hat Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld (CDU) verkündet: Fulda wird Deutschlands erste Sternenstadt.