Zahnarzt holt Verstärkung aus Spanien

Hans-Klaus Sablotni unterstützt Team von Ludger Ernst

31. Juli 2013
Fulda

Dr. Ludger Ernst ist Zahnarzt in der Fuldaer Sturmiusstraße, und sucht schon lange Dentisten, die sein Team verstärken. Jetzt hat er jemanden gefunden: den Spanier Hans-Klaus Sablotni.

Viele junge Zahnärzte strebten in die Großstädte. Das hat Dr. Ludger Ernst beobachtet. "Im Wettbewerb mit den deutschen Metropolen hat Fulda häufig das Nachsehen", sagt der 56-Jährige. Dadurch bleibe nur noch die Beschäftigung von Zahnärzten aus dem Ausland – häufig sei das mit Sprachproblemen verbunden.

Doch Ernst hat einen Glücksgriff gelandet: Seit Juli beschäftigt er einen fertig ausgebildeten spanischen Zahnarzt aus Barcelona, der die deutsche Sprache gut beherrscht: Hans-Klaus Sablotni – in Spanien wird er Juan Sablotni Aguilera gerufen – hat Fuldaer Wurzeln. Sein Vater stammt aus Flieden, seine Mutter aus Andalusien.

Im Alter von zwei Jahren siedelten die Eltern über nach Barcelona. Hier besuchte der heute 27-Jährige die deutsche Schule und absolvierte sein Zahnmedizinstudium. Den Kontakt zu seiner Geburtsstadt hat er nie verloren und jedes Jahr in den Ferien seine Großeltern in Fulda besucht.

Das Zahnarztdiplom ist in Spanien jedoch nicht automatisch die Eintrittskarte in eine erfolgreiche berufliche Karriere. Anders als in Deutschland müssen in Spanien fast alle Zahnarztleistungen privat gezahlt werden. Lediglich bei akuten Schmerzen oder wenn ein Zahn gezogen werden müsse, komme die staatliche Versicherung auf. Aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Lage würden sich viele Menschen deshalb das Geld für den Zahnarzt sparen, Jobs seien dementsprechend Mangelware. Einige Kollegen seines Jahrganges gingen nach Frankreich, andere nach England und jetzt auch mehrere nach Deutschland, erzählt Sablotni.

"Deutschland kam für mich aufgrund meiner Sprachkenntnisse natürlich in Frage. Aber eigentlich wollte ich in eine deutsche Großstadt", sagt Hans-Klaus Sablotni. Dass es Fulda geworden ist, hat er seinem Vater zu verdanken, der in einer Fachzeitschrift die Stellenanzeige der Praxis Ernst gelesen hat. "Da habe ich mich an meine Wurzeln erinnert und mir Fulda einmal näher angeschaut." Nach zwei Kurztrips und mehreren Besuchen in der Zahnarztpraxis stand fest, dass er es versuchen wollte. Zunächst war jedoch noch die Frage der Approbation zu klären. Die Ausbildung in Spanien findet ausschließlich an der Universität statt ohne Assistenzzeit. Allerdings enthalten die letzten drei Jahre schon umfangreiche Praxisphasen.

Der Katalane will in Fulda Fuß fassen. Ob er auch wieder seinem Hobby Fußball frönen kann, weiß er noch nicht. In Barcelona spielte er während seiner Studienzeit in einer höheren Amateurklasse. In Fulda wird aber erst einmal die Zahnarzttätigkeit im Vordergrund stehen. dan