Zehn Monate nach Selbstanzeige: Ermittlungen gegen Kalbacher Pfarrer dauern an

12. Februar 2017
Kalbach

Zehn Monate nachdem der damalige Kalbacher Pfarrer sich selbst angezeigt und die Gemeinde verlassen hat, dauern die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft noch an. Das erklärte der Sprecher der Staatsanwalt Fulda, Harry Wilke, auf Nachfrage unserer Zeitung.

Um welchen Vorwurf es sich genau handelt, ist nicht bekannt. Stets war jedoch von einem Sexualdelikt die Rede.

Fakt ist offenbar, dass es in der Nacht zum Karfreitag vergangenen Jahres eine Zusammenkunft von Jugendlichen und dem Pfarrer im Mittelkalbacher Jugendraum gegeben hat, bei der reichlich Alkohol geflossen sei. Im Zuge dessen soll es dann zu einem Übergriff gekommen sein.

Generalvikar Professor Dr. Gerhard Stanke sprach damals in einer Mitteilung, die in den Gottesdiensten verlesen wurde, von einem „Verdacht von Verstößen gegen die Präventionsordnung“. Sie ist eine Rahmenordnung zur Vorbeugung gegen sexualisierte Gewalt an Schutzbefohlenen im Bistum Fulda.

Tatsächlich hatte sich damals offenbar nach Ostern eine Person aus der Gemeinde an die Missbrauchsbeauftragte des Bistums gewandt. Kurz darauf sei der Pfarrer durch Generalvikar Stanke und Prälat Christof Steinert, Personalreferent des Bistums, angehört worden. Der Pfarrer erstattete eine Selbstanzeige und wurde umgehend beurlaubt .

Schon damals hieß es, dass die Staatsanwaltschaft sechs bis neun Monate ermitteln werde, um den Missbrauchsvorwurf sorgfältig und im Detail zu prüfen. Denn auf diesem Ergebnis basiert schließlich die Entscheidung, ob und mit welchem Vorwurf Anklage gegen den Pfarrer erhoben wird. Solange wolle auch das Bistum abwarten, erklärte damals Bischof Heinz Josef Algermissen: „Seitens der Kirche wird es keine parallelen Ermittlungen zur Staatsanwaltschaft geben.“ / lr