Zirkus Krone wehrt sich gegen Vorwürfe von Tierschützern

Zircus Krone wehrt sich gegen Vorwürfe von Tierschützern

27. August 2013
Fulda

Immer wieder begleiten Proteste Zirkusauftritte. So auch bei dem derzeitigen Gastspiel von Zirkus Krone in Fulda. Vor dem Messegelände auf der Fulda-Galerie protestierten Tierschützer gegen die Haltung der 200 Tiere. Der Zirkus wehrt sich gegen die Vorwürfe.

Zirkus Krone öffnet seine Gehege auch für das Publikum. Jeden Tag ab 10 Uhr kann gegen Eintrittsgebühr nicht nur die Tierhaltung angeschaut werden. Auch die Trainingsstunden der Löwen, Pferde und Seelöwen sind öffentlich. "Wir wollen dem Publikum zeigen, wie es bei uns zugeht", sagt Susanne Matzenau, Pressesprecherin von Zirkus Krone. Im Rundgang mit unserer Zeitung erklärt sie, wie der Alltag der Tiere aussieht: "Jedes Tier hat seinen eigenen Trainings- und Futterplan."

Davon sind Tierschützer wenig überzeugt. Einige haben in Fulda mehrmals vor dem Zirkus demonstriert: Hauptsächlich junge Leute, die sich über das Internet zum Protestieren verabredeten. Einer Tierschutzorganisation gehören sie nicht an. Bei der Demonstration brachten sie selbstgebastelte Plakate mit und verteilten Flyer der Tierschutzorganisation Peta an die Zuschauer. "Für uns ist die Dressur unnatürlich und die Gehege sind zu klein. Außerdem weisen alle Tiere Verhaltensstörungen auf", werfen die Demonstranten dem Zirkus vor. Katja Peter aus Neuhof war bei den Protesten dabei. "Die Resonanz der Besucher war unterschiedlich: Einige nahmen unsere Flyer an und kamen mit uns ins Gespräch. Leider wollen viele Menschen nicht darüber informiert werden", sagt die 27-Jährige. Die Demonstranten gaben aber an, sich die Zustände selber nicht angeschaut zu haben.

Madeleine Martin, hessische Landestierschutzbeauftragterin und Tierärztin, war dagegen schon mehrmals zu Besuch. Sie fordert ein deutschlandweites Verbot der Wildtiere im Zirkus: "Die Unterbringungsmöglichkeiten sind anders als im Zoo oder in der Heimat der Tiere. Die Platzverhältnisse sind nicht ausreichend", sagt Martin. Das Verbot soll für Elefanten, Nashörner, Affen, Giraffen, Bären und Nilpferde gelten. "Das sind Tiere, die schon unter Zoobedingungen schwierig zu halten sind. Deutschland ist eines der wenigen Länder, das noch das Halten aller Wildtiere erlaubt", erklärt sie.

Für die Kontrolle auf dem Messegelände ist das Veterinäramt Fulda zuständig. "Zirkus Krone wurde seit April wöchentlich von den Veterinärämtern kontrolliert. Dabei gab es keine Beanstandungen, deshalb hatten wir nicht vor, den Zirkus zu überprüfen", sagt Amtstierarzt Stephan Kraus. "Auf Wunsch von Zirkus Krone werden wir jedoch eine Kontrolle durchführen", fügt er hinzu.

Ausführlicher Bericht am Dienstag in unserer Printausgabe oder unserem E-Paper.