Zitronemannsgässchen, Löherstraße, Luckenberg: Die Herkunft der Namen von Fuldas Straßen und Gassen

24. November 2015
FULDA

Die Namen der Straßen, Gassen und Plätze von Fulda verraten viel über die Geschichte der Stadt. Warum zum Beispiel das Zitronemannsgässchen so heißt wie es heißt, weiß ein interaktiver Stadtplan der Barockstadt. Dieser birgt die eine oder andere Überraschung – auch für Fulda-Experten.

Es ist ein spannender Service, den die Stadt Fulda auf ihrer Homepage anbietet. Mit Hilfe eines interaktiven Stadtplans können die Bürger die Herkunft der Namen einiger Straßen, Gassen und Plätze der Barockstadt in Erfahrung bringen.

Manchmal ist die Auflösung des Rätsels simpel – wie im Fall des Buttermarkts. Doch häufig birgt die Suchanfrage regelrechte Überraschungen. Beim Erraten der Herkunft des Namens der Straße Am Rosengarten liegen die meisten von Ihnen sicher falsch.

Eine Auswahl von Straßen, Gassen und Plätzen mit bekannten oder kuriosen Namen:

Buttermarkt

Der bekannte Buttermarkt hat eine eindeutige Namensgebung. Dort wurden bis vor dem zweiten Weltkrieg Butter, Eier und Geflügel verkauft. Früher hieß er übrigens Samstagsmarkt.

Steinweg

Der Steinweg, der zum Buttermarkt führt, war vermutlich der erste gepflasterte Weg der Stadt und erhielt somit seinen Namen.

Gemüsemarkt

Heute wird auf dem Gemüsemarkt, wie der Name schon verrät, Gemüse angeboten wird. Früher hingegen soll er unter dem Namen An der Tanzhütte bekannt gewesen sein, da sich dort eine Tanzhalle befunden haben soll.

Kanalstraße

Die Kanalstraße verbindet die Johannes Dyba Allee mit der Robert-Kircher Straße vorbei am St.-Vinzenz-Mutterhaus. Sie hat ihren Namen, man glaubt es kaum, von einem noch bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts offenen Graben, dem alten Wollwebergraben.

Pfandhausstraße

Die Pfandhausstraße verläuft parallel zur Friedrichstraße und führt zur Stadtpfarrkirche St. Blasius. Sie hieß in früheren Jahrhunderten Rotlöwengasse und erhielt ihren heutigen Namen nach Gründung des Leih- und Pfandhauses durch den Fürsten von Oranien zu Anfang des 19. Jahrhunderts.

Severiberg

Die Straße Severiberg verbindet die Kanalstraße und die Pfandhausstraße. Sieweist auf die Severikirche hin, die 1438 erbaut wurde.

Luckenberg

Die Straße Luckenberg verbindet ebenfalls Kanal-und Pfandhausstraße. Sie ist benannt nach der Lucke, der Feuergasse, die den Platz Unterm Heilig Kreuz mit dem Berghang verband.

Rittergasse

Parallel zu Severiberg und Luckenberg, liegt die Rittergasse. Hier befanden sich früher die beheizbaren Wohn- und Arbeitsräume mehrere Rittergeschlechter.

Zitronemannsgässchen

Das Zitronemannsgässchen ist nach einem Händler benannt, der in besagter Gasse Südfrüchte anbot und somit zum „Zitronenmann“ wurde.

An der Waides

Vorbei am Schlossgarten in die Loibastraße führt die Straße An der Waides. Sie ist nach dem parallel fließenden Waidesbach benannt. Waides kommt aus dem Mittelhochdeutschen und bedeutet Weidengebüsch, welches um den Bach an vielen Stellen wächst.

Rabanusstraße

Die Rabanusstraße verbindet die B458 mit dem Stadtschloss. Sie ist benannt nach Rabanus Maurus (geboren 780). Er war der bedeutendste Leiter der Fuldaer Klosterschule, Abt und Erzbischof von Mainz.

Löherstraße

Von der Frankfurter Straße aus, am Kino gelegen, führt die Löherstraße in Richtung Altstadt. Hier hatten sich Lohgerber angesiedelt, die eine spezielle Form der Gerberei ausführten.

Kohleßthor

Der Namensgeber der Sackgasse Kohleßthor, neben der Heilig Geist Kirche, ist das Kohleßthor selbst, das dort gestanden haben soll.

Im Sack

Die Sackgasse Im Sack, ebenfalls in der Innenstadt gelegen, abgehend von der Ohmstraße, führte früher auf den Bierturm zu. Sie endete ohne Ausfahrt, also wie im Sack.

Eichsefeld

Eichsfeld, die Straße hinter der Michaelskirche, verdankt ihren Namen wahrscheinlich einem mit vielen Eichen bewachsenen Grundstück. Früher wuchsen auf dem gesamten Westhang des Frauenbergs Eichen.

Tränke

Die Tränke führt vom Weg An der Blumenmauer zum Abtstor. Tränke hieß früher der Unterlauf des Waidesbaches. Zu ihm wurden die Tiere der nahe liegenden Gutshöfe geführt – und konnte dort ihren Durst stillen.

Kronhofstraße

Die Kronhofstraße unterhalb des Doms ist nach dem einst in ihrer Nähe gelgenen Gutshof benannt. Sie hieß noch 1726 In der Hinterburg.

Langebrückenstraße

Die älteste Brücke der Stadt ist Bestandteil der Langebrückenstraße, die über die Fulda in die Haimbacherstraße Richtung Neuenberg führt. Die Brücke war früher länger als heute. Abt Siegehard ließ sie 872 bauen. Die 156,40 Meter lange Steinbrücke gehörte zu den ältesten und schönsten Brücken in Hessen.

An der Blumenmauer

Zwischen Langebrückenstraße und dem Ende der Tränke liegt der Weg An der Blumenmauer. Er ist ganz einfach nach der an den Weg grenzenden Mauer benannt.

Am Rosengarten

Eine große Überraschung birgt die Herkunft des Namens der Straße Am Rosengarten, die auf die B254 führt. Er leitet sich ursprünglich von dem Wort Rossegarten ab, was Fohlenweide bedeutete, und hatte also nichts mit einem Garten voller Rosen zu tun.

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