Eintracht kann Europa: SGE will sich nach Weiterkommen in Liga „vorn festbeißen“

11. November 2018
Frankfurt

Der forschen Ansage von Sportvorstand Bobic hat Fußball-Bundesligist Eintracht Frankfurt Taten folgen lassen. Die Hessen sind in der Europa League tatsächlich durch die Gruppe marschiert. Dabei gelingt dem Pokalsieger ein seltenes Kunststück.

Adi Hütter stand mit geballter Faust vor den etwa 5000 begeisterten Fans und startete zur Feier des Tages die La-Ola-Welle. Nach dem vorzeitigen Einzug in die K.o.-Phase der Europa League legte der introvertierte Trainer von Eintracht Frankfurt seine übliche Zurückhaltung ab und ließ den Emotionen freien Lauf. „Das war ein unglaublich toller Moment“, schilderte der 48 Jahre alte Österreicher die ungewohnte Szene.

Viertes Spiel, vierter Sieg: Eintracht Frankfurt 3:2-Zittersieg bei Limassol weiter

Zittersieg statt Zauber-Fußball: Mit einem mühevollen 3:2 (1:0)-Sieg bei Apollon Limassol hat Eintracht Frankfurt vorzeitig das Ticket für die K.o.-Phase der Europa League gebucht. Luka Jovic (17. Minute), Sébastien Haller (55.) und Mijat Gacinovic (58.) trafen am Donnerstag für den seit nunmehr acht Pflichtspielen ungeschlagenen DFB-Pokalsieger.

„Ich wollte mich bei den Fans bedanken, denn ich habe das Gefühl, dass ich in Frankfurt mehr und mehr ankomme und die Fans mich schätzen.“ Warum gerade dieser Zeitpunkt? „Man muss zuerst einmal etwas leisten, um den Schritt zu wagen und dorthin zu gehen“, fügte der gelöst wirkende Hütter nach der Rückkehr am Freitag an.

Als erst drittes deutsches Team nach dem VfB Stuttgart (2010/11) und Schalke 04 (2016/17) schaffte die Eintracht mit dem 3:2 (1:0) bei Apollon Limassol in den ersten vier Gruppenspielen der Europa League vier Siege, und damit den frühzeitigen Sprung in die Runde der besten 32 Mannschaften. „Es ist überraschend und beeindruckend, dass wir in dieser schweren Gruppe nach vier Spielen mit zwölf Punkten da stehen», stellte Hütter fest. „Das Weiterkommen bedeutet mir sehr viel, weil es nicht selbstverständlich ist. Darauf bin ich stolz.“

Er selbst hat einen großen Anteil an dem Erfolg. Nach dem Fehlstart mit der 0:5-Pleite im Supercup gegen die Bayern, dem blamablen Pokal-Aus beim Viertligisten Ulm und nur vier Punkten aus den ersten fünf Bundesligaspielen hat der im Sommer als Nachfolger von Niko Kovac geholte Hütter die Hessen in die Erfolgsspur gebracht. „Was wir europäisch und in der Bundesliga nach dem Holperstart geleistet haben, ist richtig gut“, lobte Sportdirektor Bruno Hübner den Trainer und die Mannschaft.

Doch das reicht dem Pokalsieger noch nicht. „Wir wollen uns vorn festbeißen. Wir haben 17 Punkte, Schalke hat 10 Punkte. Mit einem Sieg, 20 Punkte wären in dieser Phase sehr, sehr stark“, meinte auch Hütter. Mit jenem Erfolg gegen Schalke am Sonntag (18.00 Uhr/Sky) könnte die SGE einen Rivalen klar distanzieren; und sich über die Länderspielpause weit oben festsetzen.

Eintracht Frankfurt hält mit 3:0-Erfolg Kontakt zur Spitze und verschärft VfB-Krise

Eintracht Frankfurt hält den Anschluss an die Spitze der Fußball-Bundesliga. Mit einem 3:0 (2:0)-Sieg bei Tabellen-Schlusslicht VfB Stuttgart haben die Frankfurter die Krise der Schwaben und deren Trainer Markus Weinzierl weiter verschärft.

„Wir müssen schauen, dass wir in diesen zwei Tagen Tankstellen finden, um aufzutanken“, erklärte Hütter zu den enormen Strapazen der vergangenen Wochen. Auf jeden Fall spielen wird deshalb Ante Rebic, dem in Nikosia nur ein Bankplatz blieb. Dank der Treffer von Luka Jovic (17. Minute), Sébastien Haller (55.) und Mijat Gacinovic (58.) reichte es für den DFB-Pokalsieger dennoch zum Sieg.

„Wir sind seit acht Spielen ungeschlagen. Da muss man sagen: Hut ab!“, meinte Torwart Kevin Trapp. Diese Serie soll vor der knapp zweiwöchigen Pause nicht enden. „Wir wollen uns in der Tabelle weiter verbessern“, verkündete der 28-Jährige. Tatsächlich liegen die Hessen derzeit nur drei Punkte hinter Rekordmeister FC Bayern und Ex-Trainer Niko Kovac.

Haller rettet die Eintracht in der Nachspielzeit: Frankfurt spielt 1:1 in Nürnberg

Nach einem Jokertor sieht Nürnberg gegen die favorisierte Eintracht aus Frankfurt lange wie der Sieger aus. Doch auch SGE-Coach Adi Hütter hat ein glückliches Händchen. Ein eingewechselter Frankfurter Stürmer rettet seinem Verein in der Nachspielzeit noch einen Punkt.

Auch die internationale Zwischenbilanz kann sich sehen lassen. Die Eintracht hat beim bereits gescheiterten Vorjahresfinalisten Olympique Marseille gewonnen, den ebenfalls schon für das Sechzehntelfinale qualifizierten Gruppenzweiten Lazio Rom vorgeführt und gegen Underdog Limassol zweimal ihre Pflicht erfüllt. „Wir können Europa“, frohlockte Vorstandsmitglied Axel Hellmann.

Die Fans träumen nun schon von Baku. Dem Endspielort am 28. Mai. So weit denkt Sportdirektor Hübner noch nicht: „Wir versuchen, die Gruppe als Erster zu beenden, und hoffen dann auf einen attraktiven Gegner.“ Hütter deutete zumindest an, dass die Eintracht noch einiges vor hat. „Es ist nur ein Etappenziel“, sagte er über das Weiterkommen, „weil wir länger in Europa unterwegs sein wollen.“ / dpa

Jovic mit Fünferpack! Eintracht Frankfurt stößt mit 7:1 Düsseldorf ans Tabellenende

Eintracht Frankfurt hat sich mit einem Kantersieg über Fortuna Düsseldorf in die Verfolgergruppe der Fußball-Bundesliga geschoben und den Aufsteiger ans Tabellenende gestoßen. Die Hessen gewannen am Freitagabend 7:1 (3:0) und haben nun 13 Punkte, die Fortuna rutschte wegen der schlechteren Tordifferenz mit fünf Zählern noch hinter den punktgleichen VfB Stuttgart.