Erste Hinweise nach TV-Sendung zu erschossenem Rocker-Boss

03. März 2017
Gießen

Nach der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“ zum Fall des getöteten Gießener Hells Angels-Chefs haben die Ermittler die ersten 13 Hinweise erhalten.

Diese werden nun vom hessischen Landeskriminalamt (LKA) ausgewertet, wie das LKA und die Staatsanwaltschaft Gießen am Donnerstag mitteilten. Die Ermittler hatten am Vortag in der TV-Sendung neue Untersuchungsergebnisse vorgestellt. Demnach wurde der Rocker-Boss Aygün Mucuk im Oktober 2016 in Wettenberg (Kreis Gießen) von mindestens zwei Tätern erschossen. Den 45-Jährigen trafen 17 Schüsse, abgegeben aus einer Handfeuerwaffe sowie aus einer Maschinenpistole.

In einer gemeinsamen Pressemitteilung haben die Staatsanwaltschaft Gießen und das Hessischen Landeskriminalamtes bekanntgeben, dass zwei unterschiedliche Waffentypen benutzt wurden. Bei der einen Waffe handelt es sich um eine Handfeuerwaffe, Kal. 7,65 mm, bei der anderen Waffe um eine Maschinenpistole des Herstellers VUGREK, Modell Agram 2000, Kal. 9 mm. Das haben ballistische Untersuchungen ergeben.

Die Maschinenpistole wurde in der Vergangenheit meist in einer Transporttasche verkauft, die in der Szene wegen ihrer auffälligen Form auch „Schweinchen“ genannt wird (siehe Fotos). Auf welchem Weg die Waffen in die Hände der Täter gelangt sind, konnte bis dato nicht ermittelt werden. Deswegen wenden sich die Staatsanwaltschaft Gießen und das HLKA nun an die Öffentlichkeit und fragen:

- Wer kann Hinweise bezüglich des An- oder Verkaufs oder der Weitergabe einer solchen bauartgleichen Maschinenpistole geben?

- Wem ist die beschriebene Transporttasche aufgefallen?

- Wer hat am Tattag des 7. Oktober 2016 zwischen 4 Uhr und 5 Uhr oder auch vorher Wahrnehmungen gemacht, die im Zusammenhang mit dem Tötungsdelikt stehen könnten?

Hinweise können in begründeten Fällen auch vertraulich behandelt werden.

Für Angaben, die zur Ermittlung und Ergreifung des beziehungsweise der Täter führen, wird von Seiten der Staatsanwaltschaft Gießen eine Belohnung in Höhe von 5.000 Euro ausgesetzt. Das Hessische Landeskriminalamt lobt seinerseits zusätzlich weitere 5.000 Euro aus. Die Zuerkennung und Verteilung der Belohnung erfolgt unter Ausschluss des Rechtsweges. Die Belohnung ist ausschließlich für Privatpersonen und nicht für Beamte bestimmt, zu deren Berufspflicht die Verfolgung strafbarer Handlungen gehört.

Sachdienliche Hinweise werden vom Hessischen Landeskriminalamt unter der Telefonnummer 0611 838383 und von jeder örtlichen Polizeidienststelle entgegengenommen. / dpa, sre