Kann die Eintracht bei der Hertha eine neue Serie starten?

08. Dezember 2018
Frankfurt

Eintracht Frankfurt will bei Hertha BSC zurück in die Erfolgspur. Die Niederlage zuletzt gegen Wolfsburg hat nach Ansicht von Coach Hütter keine mentalen Spuren hinterlassen. Carlos Salcedo drängt nach langer Verletzungspause in die Mannschaft des hessischen Fußball-Bundesligisten

ls Psychologe war Adi Hütter nach dem Ende der Erfolgsserie von Eintracht Frankfurt nicht gefragt. „Das sollte nach der ersten Niederlage nach zwei Monaten auch nicht passieren“, sagte der Trainer des hessischen Fußball-Bundesligisten vor dem Gastspiel bei Hertha BSC an diesem Samstag (18.30 Uhr/Sky).

Im Gegenteil: Die Spieler brennen bei der Rückkehr nach Berlin, wo sie im Mai im DFB-Pokal triumphiert hatten, auf Wiedergutmachung für das 1:2 in der Vorwoche gegen den VfL Wolfsburg. Zu einer Verunsicherung bei den Eintracht-Profis hat die erste Niederlage nach zuvor elf ungeschlagenen Pflichtspielen nicht geführt, weshalb Hütter auf eine starke Vorstellung seines Teams hofft. „Es geht mir darum, eine Reaktion auf die Niederlage zu zeigen. Dazu bedarf es einer Topleistung von der ersten Minute an“, sagte der Österreicher.

Den misslungenen Heimauftritt am vergangenen Sonntag hat der 48-Jährige knallhart analysiert und an kleinen Stellschrauben gedreht. Bei seinen Spielern stieß er auf offene Ohren. „Es geht nicht darum, dass ich ein paar Kniffe anwende, um die Mannschaft wieder in die Spur zu bringen. Wir haben einfach ein paar Sachen nicht gut hinbekommen“, sagte Hütter im Rückblick.

Lösungsansätze präsentierte er postwendend. „Die Abstände in der Tiefe und Breite waren zu groß. So konnte sich der Gegner immer wieder aus der Umklammerung lösen. Da haben wir im Training angesetzt“, berichtete Hütter. Alles hinterfragen wollte er nicht. „Ich mache mir keine Gedanken, wenn man einmal verloren hat, alles auf den Kopf zu stellen, was vorher zwei Monate funktioniert hat“, betonte er.

So wird er vermutlich auch nicht seine Grundordnung ändern. Auch in Berlin will er attraktiv nach vorne spielen lassen. „Wir haben einen Matchplan. Wir können aber nicht ins offene Messer laufen, dafür ist die Hertha zu konterstark. Wir müssen die Tiefe im Griff haben und können dann nach vorne Akzente setzen“, sagte Hütter. Er erwarte ein Kampfspiel über 90 Minuten, wo Kleinigkeiten entscheiden könnten. „Die Hertha hat nach dem letzten Auswärtssieg Selbstvertrauen getankt. Es wird ein schweres Auswärtsspiel, auch weil die Hertha sehr heimstark ist.“

Hütter weiß, dass sein Team nach den starken Leistungen in dieser Saison anders wahrgenommen wird. „Die Erwartungshaltung hat sich verschoben. Wir haben uns nach oben orientiert. Ich weiß aber nicht, ob wir jetzt die Gejagten sind. Aber wir werden definitiv mehr respektiert“, sagte er. Die Gegner wüssten, dass die Eintracht unangenehm zu bespielen sei. „Die Rolle liegt uns. Die nehmen wir gerne an.“

Das können die Frankfurter auch, denn sie sind körperlich und geistig fit. „Mein Gefühl sagt mir, dass die Mannschaft in einem sehr guten physischen Zustand ist und auch mental einen frischen Eindruck macht. Wir werden alles rausholen, um in den restlichen fünf Spielen bis zur Winterpause Top-Leistungen zu bringen“, erklärte Hütter. Dabei kann er wieder auf Abwehrspieler Carlos Salcedo setzen. Der Mexikaner habe im Training Fortschritte gemacht und sei eine Option, so Hütter. / dpa

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