80 neue Hinweise im Fall Lübcke – Soko verstärkt, nächste Woche Trauerfeier

06. Juni 2019
Kassel/Wolfhagen

Nach dem tödlichen Schuss auf den Kasseler Regierungspräsidenten Dr. Walter Lübcke (CDU) und der Fernsehfahndung in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“ sind neue Hinweise bei den Ermittlern eingegangen. Die Sonderkommission wurde unterdessen um rund 30 Beamte verstärkt.

Im Fall des erschossenen Kasseler Regierungspräsidenten hat ein Zeugenaufruf im TV zunächst keinen Durchbruch bei den Ermittlungen gebracht. Nachdem die ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“ über den Tod von Walter Lübcke (65) berichtet hatte, seien zwar 80 Hinweise eingegangen. „Eine ganz heiße Spur war aber noch nicht dabei“, sagte der Soko-Sprecher der Polizei, Torsten Werner, am Donnerstagmorgen in Kassel.

Über das Hinweis-Telefon seien am Mittwochabend „ein paar wenige Anrufe eingegangen“. Die Ermittler hatten sich mehr davon versprochen, wie Werner sagte.

Fotos und Videos von Kirmesbesuchern

Außerdem seien aber auch während und nach der Sendung „einige Fotos und Videos“ von Besuchern einer Kirmes in der Nähe des Tatorts per Mail zugesandt worden. Die Dateien müssten aber noch ausgewertet werden. „Bislang haben wir keine konkreten Erkenntnisse“, sagte Werner.

Unterdessen wurde die Soko „Liemecke“ von etwa 20 auf rund 50 Beamte verstärkt. Es sei üblich, dass solch eine Einheit im Laufe der Ermittlungen aufgestockt werde, sagte Werner.

Laut Staatsanwaltschaft war am Donnerstag erneut der Tatort in dem 900-Einwohner-Dorf Wolfhagen-Istha bei Kassel nach Spuren abgesucht worden. Die Arbeit soll am Freitag, 7. Juni, abgeschlossen werden.

Trauerfeier am 13. Juni

Die Trauerfeier für den 65-Jährigen soll am Donnerstag, 13. Juni, ab 16 Uhr in Kassel stattfinden. In der Martinskirche werde es einen Trauergottesdienst mit „protokollarischen Ehrenbekundungen“ geben, wie die stellvertretende Regierungssprecherin in Hessen, Elke Cezanne, am Donnerstagmorgen sagte.

Bei dem Trauergottesdienst werden Polizei und Bundeswehr eine Ehrenwache am Sarg halten, wie Cezanne sagte. Außerdem werde der Sarg mit der Hessen-Fahne bedeckt. Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW), Martin Hein, werden sprechen. / lio, dpa

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