Polizei fasst mutmaßlichen Würth-Entführer: Festnahme in Offenbach

14. März 2018
Schlitz/Offenbach

Nach jahrelanger Fahndung hat die Polizei am heutigen Mittwochmorgen den mutmaßlichen Täter im Entführungsfall Würth gefasst. Das bestätigte die Polizei in Fulda auf Nachfrage.

Spezialeinheiten der Polizei sollen das Apartment des Verdächtigen in einem Offenbacher Hochhaus heute Morgen gestürmt haben. Dabei sollen sie die Tür eingetreten haben. Es handelt sich um einen 48 Jahre alten Mann, der in Offenbach wohnhaften ist und die serbisch-montenegrinischen Staatsangehörigkeit besitzt. Nach seiner Festnahme durchsuchten Beamte die Wohnung des Mannes nach Beweismitteln.

Der Beschuldigte wurde unterdessen zum Polizeipräsidium Osthessen nach Fulda gebracht und dort polizeilich vernommen. Das teilte die Polizei Fulda und die Staatsanwaltschaft Gießen in einer gemeinsamen Pressemitteilung mit.

Die Staatsanwaltschaft hat beim Gießener Amtsgericht gegen den Mann die Anordnung der Untersuchungshaft wegen des dringenden Tatverdachts des erpresserischen Menschenraubes und Fluchtgefahr beantragt. Der Ermittlungsrichter setzte den Haftbefehl in Vollzug. Der Beschuldigte befindet sich nun in einer hessischen Justizvollzugsanstalt.

Der behinderte Sohn des Milliardärs Reinhold Würth war am 17. Juni 2015 in Schlitz entführt worden. Der Täter hatte Lösegeld in Höhe von drei Millionen Euro gefordert. Einen Tag später konnte das Opfer in einem Wald bei Würzburg gerettet werden. Der Täter hatte ihn an einen Baum gebunden. Dann gab er jedoch die Geodaten frei und floh. Seitdem fahndet die Polizei nach ihm.

Ermittler waren nach Stimmanalysen davon ausgegangen, dass der Entführer aus dem Grenzgebiet zwischen Serbien und Montenegro stammte und im Rhein-Main-Gebiet Deutsch gelernt habe. Auch über die ZDF-Sendung “Aktenzeichen XY“ wurde nach Hinweisen auf den Entführer gesucht. Nach der Sendung gingen rund 200 Hinweise bei der Polizei ein. / sre, dpa

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