Trennung nicht akzeptiert: Mann sticht Ehefrau nieder

05. Januar 2018
Hanau

Die Trennung seiner Ehefrau wollte ein Mann in Hanau nicht hinnehmen. Er attackiert sie mit einem Messer. Nur das beherzte Eingreifen von Nachbarn verhindert den Tod der Frau. Sie wird notoperiert. Der geständige Täter sitzt nun in Haft: wegen versuchten Mordes.

Bei einem Beziehungsdrama in Hanau ist eine Frau am Freitag niedergestochen und lebensgefährlich verletzt worden. Wenig später nahm die Polizei den von ihr getrennt lebenden Ehemann (49) fest. Bei einer Vernehmung gab er zu, die Messerattacke begangen zu haben. Der Grund der Bluttat: Er habe nicht akzeptieren wollen, dass sich seine 46-jährige Frau von ihm getrennt habe, sagte Oberstaatsanwalt Dominik Mies. Bei dem Opfer und dem mutmaßlichen Täter handele es sich um Türken.

Gegen den Täter wurde Haftbefehl wegen versuchten Mordes erlassen. Die Tat sei aus niedrigen Beweggründen und heimtückisch begangen worden, erklärte Mies. Die Verletzte musste notoperiert werden. Unklar sei, ob sie den Angriff überleben werde.

Nach bisherigen Erkenntnissen lauerte der Mann seinem Opfer am Morgen gegen 7.30 Uhr an der Eingangstür eines Mehrfamilienhauses auf. Er stach mit einem Messer mit einer Klingenlänge von 15 Zentimeter mehrfach in den Oberkörper und den Rücken. Die Tatwaffe wurde später sichergestellt.

Mehrere Hausbewohner, die den Vorfall mitbekommen hatten, schlugen den Angreifer mit einer Dachlatte in die Flucht. Sie retteten damit der Frau vermutlich das Leben, wie Mies sagte. „Das ist mal ein bewundernswertes Zeichen von Zivilcourage gewesen“, sagte der Oberstaatsanwalt. Der Messerstecher entkam zwar, wurde aber etwa eine Stunde später in der Innenstadt festgenommen. / dpa