Aussichtspunkt Via Regia am
Rößberg wird am Sonntag eingeweiht

Aussichtspunkt Via Regia am Rößberg wird am Sonntag eingeweiht

12. März 2014
Großenbach

Der Aussichtspunkt Via Regia am Rößberg, der für einen zusätzlichen touristischen Akzent in der Hünfelder Vorderrhön sorgen soll, wird am kommenden Sonntag eingeweiht. Er ist ein echtes fennelsches Kunststück zum Ende seiner Amtszeit: Denn der Turm auf der ehemaligen Erddeponie finanziert sich von ganz alleine.

Wenige Tage vor der Einweihung transportieren die orangefarbenen Lastwagen der Firma Bock fast im Viertelstundentakt Erde zum neuen Aussichtspunkt. Feiner Staub wird bei den Fahrten aufgewirbelt, es ist dieser Tage trocken am Rößberg. Ein herrlicher weiter Blick erschließt sich von dort. Bis zu den Neuhofer Bergen, ins Haunetal und nach Burghaun und über die Berge des Hessischen Kegelspiels erstreckt sich die Sicht. Auch der historische Trassenverlauf der Antsanvia und der Via Regia ist zu überblicken – nach letzterer ist der Aussichtsturm benannt worden.

"In dem attraktiven Gebiet rund um Röß- und Weinberg in der Gemarkung Großenbach verlaufen viele Wander- und Spazierwege", erklärt der städtische Pressesprecher Helmut Käsmann. "Der Aussichtspunkt ist ein zusätzlicher touristischer Akzent." Siebeneinhalb Meter ragt die moderne Metall- und Betonkonstruktion in die Höhe. Auf dem Turm mit der 25 Quadratmeter großen Aussichtsplattform steht ein Dreieinhalb-Meter-Kreuz. Durch ein Fernrohr können Wanderer das Bergpanorama der Rhön betrachten, Tafeln informieren über Berge und Orte, die zu sehen sind. Mit der Materialauswahl sollen die Folgekosten so gering wie möglich gehalten werden, sagt Käsmann und betont: "Wir nehmen mit dem Aussichtspunkt bei weitem mehr ein als wir ausgeben."

Im Bereich der ehemaligen Deponie wurde ein Hügel mit Bodenaushub aufgeschüttet und modelliert. Er misst jetzt 400,5 Meter. Die Erde kommt von mehreren Orten, unter anderem von der Großbaustelle der Hochwald-Molkerei. Für das Befüllen der Deponie nimmt die Stadt Gebühren – pro Kubikmeter drei Euro. Wie viel Kubikmeter aufgeschüttet wurden, werde derzeit noch ermittelt und erst bei der Einweihung bekanntgegeben, sagt Käsmann.

Die Kosten für Turm inklusive dem Fernrohr betragen aber zwischen 120 000 Euro und 130 000 Euro, sagt Architekt Stefan Wagner vom Mackenzeller Büro Trapp Wagner und erklärt die Idee hinter dem Projekt: "Die Natur soll den Bereich der alten Erddeponie, der lange von Menschen genutzt wurde, wieder zurückerobern. Dementsprechend wird auch der Turm sein Aussehen im Lauf der Zeit verwandeln. Das Glänzen der verzinkten Gitterroste werde immer mehr abnehmen, zudem soll der Turm mit seiner umgedrehten L-Form als Rankhilfe für die Natur dienen, erklärt Wagner. Der Hügel soll nicht bepflanzt werden, sagt auch Pressesprecher Käsmann. Vielmehr sei eine "natürliche Besiedlung von Fauna und Flora" das Ziel.

Einweihung:

Die Einweihung des Aussichtspunktes "Via Regia – Hessisches Kegelspiel" auf dem Rößberg findet am Sonntag, 16. März, um 15 Uhr statt. Für einen Imbiss mit Umtrunk, darunter Hünfelder Aha-Punsch, sorgen das THW Hünfeld und die katholische Kirchengemeinde Großenbach. Der Aussichtspunkt ist vom Wanderparkplatz Weinberg-Rößberg (Zufahrt Molzbacher Berg) zu erreichen. Der Rhönklub-Zweigverein Hünfeld bietet unter fachkundiger Führung eine eineinhalb Stunden dauernde Wanderung auf dem Rößberg-Rundweg zum Turm an. Treffpunkt ist um 13.30 Uhr am Konrad-Zuse-Platz vor dem Hallenbad. Pfarrer Eugen Kutzka und PfarrerJürgen Gossler weihen den Turm gemeinsam ein.