Bahntrasse nahe Michelsrombach möglich

29. April 2019
Bad Hersfeld/Burghaun

Es gibt Pläne für eine neue Bahnverbindung von Fulda nach Erfurt. Der Suchraum, in dem sie verlaufen könnte, ist nach Süden erweitert worden: Jetzt gehören auch Michelsrombach und die weiteren Buchfinkenland-Dörfer zu dem Bereich, in dem die neue Verbindung von der Schnellbahnstrecke Fulda – Kassel ausgefädelt werden könnte. Das wurde bei der jüngsten Sitzung des Beteiligungsforums dieses Bahnprojekts bekannt.

Von unserem Redaktionsmitglied Hartmut Zimmermann

Der Neu- oder Ausbau der Strecke Frankfurt – Fulda – Erfurt steht als vordringlicher Bedarf im Bundesverkehrswegeplan für das Jahr 2030. Hinzu kommt das Ziel, alle größeren Bahnknoten der Republik möglichst im Stundentakt zu verbinden – die Deutsche Bahn spricht vom Projekt „Deutschlandtakt“.

Neue Punkte hinzugekommen

In den sogenannten Beteiligungsforen werden seitens der Bahn die betroffenen Kommunen, aber auch alle weiteren Beteiligten wie Bürgerinitiativen oder Wirtschafts- und Naturschutzverbände in den Planungsprozess einbezogen. Bei dem dritten dieser Forums-Treffen war der Vorschlag eingebracht worden, den Suchraum für die Trasse nach Süden und auch ein Stück weit nach Osten zu erweitern. Diese veränderte Arbeitsgrundlage wurde Mitte April bei einem sogenannten Vertiefungstermin vorgestellt. Eine Internetseite stellt den Stand der Planung und Diskussionen dar.

Der Burghauner CDU-Gemeindeverbandsvorsitzende Christian Heß nimmt für das Büro seines Parteifreunds, des Bundestagsabgeordneten Michael Brand, an den Sitzungen teil. Er weist darauf hin, dass damit neue Punkte hinzukommen, an denen eine neue Trasse von der bestehenden Schnellbahnstrecke abzweigen oder, wie die Planer sagen, „ausfädeln“ können. Dazu zählten der Nordausgang des Dietershaner Tunnels, das Süd- und das Nordende des Ganzberg-Tunnels (bei Michelsrombach und Schlotzau) sowie die Enden des Tunnels Witzelshöhe bei Langenschwarz.

Planung noch am Anfang

Das Planungsverfahren stehe ganz am Anfang. Es gebe lediglich Vorüberlegungen für die Trassierung. Dabei werde nun auf die Frage der „Raumwiderstände“ geschaut, zu denen das „Schutzgut Mensch“ ebenso gehöre wie die Belange des Naturschutzes, aber auch die Frage nach eventuellen Unvereinbarkeiten von Trassenverlauf und Kalibergbau im Bereich von Burghaun-Steinbach und den westlichen Eiterfelder Ortsteilen. Wie weit südlich eine neu zu bauende Trasse von der bestehenden Schnellbahnstrecke werde, hänge auch von der Frage ab, wie Bad Hersfeld angebunden werde.

Der Halt in Bad Hersfeld war als politische Vorgabe Teil des Projekts. Darüber, ob er tatsächlich umgesetzt wird, wird im Zuge der Planung entschieden. Auch ein neuer Bahnhof irgendwo nördlich der Festspielstadt wäre theoretisch denkbar.

Erste Entwürfe Ende 2019

Mit ersten Entwürfen für Trassenverläufe rechnet Heß erst gegen Ende des Jahres. Er erinnert auch daran, dass es nicht allein um den schnellen Personenverkehr im Deutschlandtakt gehe. Auch die starke Belastung des Haunetals durch den Güterverkehr und den damit verbundenen Bahnlärm müsse man – neben allen anderen Belastungen durch die Nähe zu Gas-Trassen, Autobahn und Windenergieranlagen – bedenken.

„Das Projekt befindet sich in einem frühen Stadium, es gibt noch nichts Konkretes“, betont MdB Brand in einer Stellungnahme. Er werde zeitnah mit den Planern der DB sprechen. Dieses Vorgehen, nämlich von einem größerem Suchraum zu einer konkreten Linie zu kommen, habe sich bei der ICE-Strecke Fulda-Frankfurt bewährt, sagt Michael Brand, der dem DB-Dialogforum Fulda-Gerstungen angehört. Der ICE-Standort Fulda werde auch in Zukunft gestärkt.