Bundesverdienstkreuz für Karl Honikel aus Schenklengsfeld

03. Dezember 2016
Wiesbaden

Er engagiert sich schon lange für die Gesichte seiner Heimat, erhält und saniert historische Gebäude. Dafür wurde Karl Honikel aus Schenklengsfeld am Freitag mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Lucia Puttrich, Hessens Ministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten, überreichte dem pensionierten Lehrer in Wiesbaden den Verdienstorden.

Lesen Sie eine Pressemitteilung der Hessischen Ministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten im Wortlaut:

Lucia Puttrich, Hessens Ministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten und Bevollmächtigte des Landes beim Bund, hat am Freitag das vom Bundespräsidenten verliehene Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland an Karl Honikel aus Schenklengsfeld überreicht. Mit der Ehrung aus Anlass des Tages des Ehrenamts wird sein Engagement für die Heimatgeschichte von Schenklengsfeld sowie den Erhalt und die Sanierung historischer Gebäude gewürdigt. „Sie sind ein Mann, der sich um die Geschichte seiner Heimat in vielfacher Weise verdient gemacht hat und die Gegenwart dabei nicht aus dem Blick verloren hat“, sagte Puttrich bei der Feierstunde in der Hessischen Staatskanzlei.

Karl Honikel ist pensionierter Lehrer. Über viele Jahre hat er sich im kulturellen Bereich engagiert. Von 1984 bis 1995 war er Zweiter Vorsitzender des Heimatvereins Landeck, seit 1996 führt er den Verein. Schwerpunkte sind die Heimatgeschichte, die Pflege des historischen Friedhofs und der Denkmäler in Schenklengsfeld sowie der Naturschutz.

Karl Honikel hat sich insbesondere um die jüdische Geschichte von Schenklengsfeld verdient gemacht. Er ist Gründungsmitglied der 1985 entstandenen Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Hersfeld-Rotenburg e.V. und ist bis heute im Vorstand. Er hat dafür gesorgt, dass eine Gedenk- und Informationstafel am Standort der in der Reichspogromnacht zerstörten Synagoge in Schenklengsfeld angebracht wurde und bietet Führungen auf dem jüdischen Friedhof. Auf Honikels Initiative entstand 1994 der Förderkreis „Jüdisches Lehrerhaus Schenklengsfeld“. Der Verein hat das seit Jahren unbewohnte Wohnhaus gekauft und denkmalgerecht saniert. Heute sind dort ein Versammlungsraum und ein Judaica-Museum untergebracht.

Honikel ist Mitbegründer und langjähriger Schriftführer der Bürgerinitiative „Aussichtsturm Soisberg e.V.“, der es gelang, nach einem schwierigen Genehmigungsverfahren und unter Einhaltung und Rücksicht auf die naturschutzrechtlichen Belange ein touristisches Highlight mit herrlichen Aussichtsmöglichkeiten in die hohe Rhön zu errichten.

Im Ortskern von Schenklengsfeld wurde ein unbewohntes, instandsetzungsbedürftiges Gebäude von der Gemeinde gekauft und seniorengerecht saniert. Hier entstanden fünf Wohnungen. Auch diese Initiative geht auf Karl Honikel zurück, der sich in einem 1998 gegründeten Förderverein engagiert hat.

Auf Initiative von Karl Honikel hat die Gemeinde Schenklengsfeld im Ortsteil Malkomes ein ehemaliges, kleines Bethaus aus dem Jahre 1734 saniert. Im Innenbereich wurden dabei die Bemalungen freigelegt. Heute finden dort standesamtliche Trauungen statt.

Im Jahre 2008 wurden auf Initiative von Karl Honikel die germanischen Urnen aus dem zweiten bis dritten Jahrhundert nach Christus restauriert, die aus einem Grabungsfeld im Ortsteil Unterweisenborn stammen. Hierüber hat er mehrere Ausstellungen veranstaltet und ein Begleitheft verfasst.