Burghauns Raiffeisenbank vor Fusion: Vorstand Arndt hat Haus verlassen

09. Mai 2019
Burghaun/Asbach

Im Vorstand der Raiffeisenbank Burghaun gibt es wieder einmal Veränderungen: Derzeit führt Carsten Glebe das Geldinstitut allein. Sein Co-Vorstand Daniel Tobias Arndt hat das Haus verlassen. Zudem wird die Bank mit der Raiffeisenbank Asbach-Sorga fusionieren.

Von unserem Redaktionsmitglied Hartmut Zimmermann

„Gründung der Genossenschaft: 1886“ – so steht es selbstbewusst im Internetauftritt der Burghauner Bank zu lesen. Das Haus ist nach dem Zusammenschluss der Raiffeisenbank Langenschwarz mit der VR-Bank Nordrhön im Jahr 2016 das einzige der kleinen Geldinstitute, das eigenständig geblieben ist. Vieles deutet darauf hin, dass diese Zeit bald zu Ende geht. Mittlerweile hat das Geldinstitut die Fusionspläne bestätigt.

Auslöser dafür könnten neben der für große wie kleine Geldinstitute schwierigen Niedrigzinsphase auch Turbulenzen im Vorstand sein. Denn offenbar hat der zum 1. April 2018 ins Amt gekommene Vorstand Daniel Arndt (41) Burghaun bereits wieder den Rücken gekehrt: „Der Vorstand Ihrer Raiffeisenbank Burghaun eG besteht aus dem Mitglied Herrn Carsten Glebe. Er leitet die Bank eigenverantwortlich, vertritt sie nach außen und führt die Geschäfte“, heißt es unter der Rubrik „Wir über uns“ auf der Internetseite der Raiffeisenbank Burghaun. Über die Gründe des Ausscheidens von Arndt gibt die Bank keine Auskunft.

Für Glebe und seine Mitarbeiter sowie die 1166 Bank-Genossen werden angesichts dieser Situation wohl Erinnerungen an die jüngere Vergangenheit wach. Denn Arndt war nach Burghaun geholt worden, nachdem der frühere Co-Vorstand Christian Andert mit dem Beginn des Jahres 2018 nicht mehr zum Dienst erschienen war. Daraufhin war, um die vorgeschriebene Doppelspitze möglichst bald wiederherstellen zu können, Arndt eingestellt worden. Nun steht die kleine Raiffeisenbank Burghaun erneut vor dem gleichen Problem. Allerdings scheint man dieses Mal eine andere Lösung anzustreben: Anstatt einer Neubesetzung der Vorstandsstelle ist offenbar eine Fusion das Ziel.

Das bedeutet einen grundsätzlichen Wechsel in der Geschäftspolitik, denn bislang hatten die Burghauner Bank-Genossen, angesichts der Fusionen in der Nachbarschaft nach ihren Plänen befragt, immer auf den Wert der Eigenständigkeit und die Vorzüge kurzer Entscheidungswege in dem Zwölf-Mitarbeiter-Haus verwiesen. Wie inzwischen bestätigt ist, wird Burghaun mit der Raiffeisenbank Asbach-Sorga fusionieren.

Das ist, in den Bildern der Unternehmensfusion gesprochen, eher eine Zwergen- als eine Elefantenhochzeit. Denn das Geldinstitut in Asbach betreut (Zahlen von 2017) mit 17 Mitarbeitern zwei Filialen, hat 1419 Mitglieder und erwirtschaftete damals eine Bilanzsumme von 64 Millionen Euro. Nach diesem Maßstab wäre die Raiffeisenbank Burghaun der „Senior-Partner“, denn dort wies man für 2017, damals noch von Arndt verkündet, eine Bilanzsumme von 70,7 Millionen Euro aus. Zum Vergleich: Die Raiffeisenbank Flieden bilanziert mit 128 Millionen Euro, in der Raiffeisenbank Biebergrund-Petersberg sind es 279 Millionen Euro und bei der VR-Bank Nordrhön 1,03 Milliarden Euro.