Der zweitbeste Jahrgang der Geschichte

Abifeier an Wigbertschule / Schnitt von 2,36 / Bald Chinesisch im Lehrplan

30. Juni 2013
Hünfeld

Als einem der letzten Jahrgänge, die noch nach 13 Jahren das Abitur ablegten, wurden den 87 Abiturienten der Wigbertschule am Samstag feierlich die Zeugnisse überreicht – Beweise für beeindruckende Leistungen.

Der für die Schulabgänger aufregende Tag begann mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Klosterkirche, der unter dem Motto "Weg" stand und vom Abichor festlich umrahmt wurde. Pater Dirk Fey OMI predigte anschaulich und legte dar, dass es "nicht egal ist, wo wir herkommen", sondern dass die Unterstützung der Eltern einen wichtigen Beitrag geleistet habe, damit die Abiturienten ihr Ziel erreichen konnten.

Beim offiziellen Akt der Zeugnisübergabe in der Aula der Wigbertschule schloss sich Schulleiter Alfred Helgert dieser Einschätzung an. "Intelligenz und Begabung allein ist nicht genug, es muss auch gefördert werden." In seiner Ansprache legte er dar, woher der

in andere Sprache unübersetzbare Begriff der Bildung kommt und was er beinhaltet. Ziel sei es Menschen nicht auszubilden, sondern zu bilden und sie zu mündigen Bürgern zu erziehen. "Deutschland, das von Innovationen lebt, hat das gute Bildungssystem für eine europaweite Ausbildung aufgegeben", kritisierte er.

Damit änderten sich die Aufgaben von Schulen, die jedoch wegen des Bologna-Prozesses nur schwer zu bewältigen seien. Weil die Studienbedingungen immer härter würden, empfahl er seinen Schülern, das Studien- und Ausbildungsziel an den eigenen Interessen auszurichten und nicht nach späteren Einkommensmöglichkeiten. Weil die interkulturellen Kompetenzen immer wichtiger würden, werden ab nächstem Jahr auch chinesische Sprache und Landeskunde in Hünfeld unterrichtet. Damit das weltweit einzigartige Geflecht von Vereinen und Ehrenamt in Deutschland bestehen bleibt, brauche es gute Bildung, betont Helgert. Dass die Hünfelder Schüler auf einem gutem Weg dorthin sind, zeigte sich bei den Ehrungen für freiwillige Mitarbeit in AGs. Über die Hälfte des Jahrgangs hat sich engagiert – in der Schülervertretung, als Sanitäter, als Debattant, als Musiker oder Schauspieler.

Seinen Rat, viel zu reisen, um andere Kulturen kennenzulernen, werden sich besonders die Abiturientinnen Charlotte Schmitt und Ann-Katrin Stehle zu Herzen nehmen. In ihrer Rede freuten sie sich darauf, zu reisen und für das einzustehen, was sie selbst als richtig erkannt haben.

"Dieser Jahrgang ist der zweitbeste, den wir je hatten", sagte der Schulleiter freudig. 86 von 87 Schülern haben die allgemeine Hochschulreife, einer die Fachhochschulreife erreicht. Mit 2,36 lag der Notendurschnitt sogar noch unter dem hessischen Schnitt. Ein Drittel der Schüler hat eine 1 vor dem Komma. Beachtenswert dabei ist, dass die Zahl der weiblichen Absolventen deutlich höher ist als die der männlichen und sie beeindruckende Leistungen erzielt haben, auch in den Naturwissenschaften.

So wurde beispielsweise Paulina Hauser für besondere Leistungen in Physik ausgezeichnet und Marlisa Helfrich für solche in katholischer Religion. Tim Gutberlet beherrschte die Mathematik besonders gut. Die Jahrgangsbeste mit einem Schnitt von 1,2 ist Cecilia Steinmacher, die auch das Programm auf dem Flügel mit einem Stück von Sergei Rachmaninow eröffnete. Der Abichor unter der Leitung eines Schülers aus der 12. Klasse (Erik Reinhardt) steuerte einige Stücke bei wie beispielsweise "Don´t stop me now" von Freddy Mercury.

Passend zum Motto "Abitour" verglich Schulsprecherin Victoria Vieth die Schullaufbahn der Absolventen mit einer langen Reise, die nun zu Ende ist und doch schon wieder in den Startlöchern für Neues ist und wedelte dabei mit dem "Boarding Pass", der Eintrittskarte zum Abiball, dem Beginn zu einem Aufbruch in einen neuen Lebensabschnitt. Im Kolpinghaus feierten Abiturienten, Familien und Lehrer ausgelassen bis in die frühen Morgenstunden.