Detailreiche Szene aus der Bergpredigt: Früchteteppich in Sargenzeller Kirche eröffnet

07. September 2018
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Sargenzell

Die Tradition des Sargenzeller Früchteteppichs geht nun bereits in das dritte Jahrzehnt. Und dennoch ist es in diesem Jahr ein Neuanfang: Unter neuer künstlerischer Leitung wurde das Kunstwerk mit dem Motiv aus der Bergpredigt gestern Abend vorgestellt.

Von Sabine Burkardt

„Gemeinsam in Teamarbeit kann man Großes leisten“. Mit diesem Satz hatte der erste Vorsitzende des Fördervereins Alte Kirche Sargenzell, Adolf Döring, zweifellos recht. Denn in der Tat ist in der alten Kirche etwas Großartiges entstanden, fasst man die Kernausage aller Reden der Eröffnungsveranstaltung zusammen. Die neue künstlerische Leiterin Heike Richter hat daran einen großen Anteil, denn sie wurde von allen Rednern für ihre gute Arbeit gelobt. Vor allem die Fähigkeit, ihr Helfer-Team für die kunstvolle Arbeit am Fußboden zu begeistern und dabei auch einmal neue Wege einzuschlagen, wurde hervorgehoben. In allen Grußworten war auch immer der Dank an Ria Noll herauszuhören, die als langjährige künstlerische Leiterin die Entwicklung des Früchteteppichs maßgeblich geprägt hatte.

Richter fand sichtlich aufgeregt Dankesworte für den familiären Rückenwind, ohne den das Projekt gar nicht erst zustande gekommen wäre. Und vor allem dankte sie dem Früchteteppich-Team, das sich aus erfahrenen und neuen Helfern zusammensetzt. Richter findet, dass das Bild dazu anrege, sich zu Jesus dazuzusetzen. Und ganz ähnlich sahen das auch andere Betrachter an diesem Abend. Pfarrer Jürgen Gossler findet, dass jeder, der sich den Früchteteppich anschaue, doch auch mal wieder einen Blick in die Bergpredigt werfen könne und dass es wichtig sei, die unbequeme Wahrheit aus den Lehren der Bergpredigt anzunehmen und Jesus als Autorität anzuerkennen. Sein katholischer Kollege Pfarrer Peter Borta forderte zur Überlegung auf, was Jesus in der Bergpredigt denn eigentlich sagt.

Detailreiche Szene aus der Bergpredigt: Früchteteppich in Sargenzeller Kirche eröffnet

Und auch der stellvertretende Diözesanadministrator, Domkapitular Prof. Dr. Gerhard Stanke, interpretierte das Kunstwerk. In der Bergpredigt stelle Jesus Verhaltensregeln für das Zusammenleben auf. Die darin enthaltenen Seligpreisungen machten klar, dass jeder glücklich wird, der sich auf diese Regeln einlässt. Erster Stadtrat Stefan Schubert bezeichnete das Kunstwerk als touristischen Anziehungspunkt mit bisher über einer Million Besuchern weit über die Region hinaus und sprach den Stolz der Stadt Hünfeld auf das Früchteteppich-Team aus. Sargenzells Ortsvorsteherin Pia Biedenbach hatte neben viel Lob für das Früchteteppich-Team auch eine Bitte, die Schubert mit ins Rathaus nehmen soll: „Wenn der Teppich wirklich so wichtig ist, dann sorgen Sie dafür, dass wir von Baustellen und Rüttelmaschinen direkt an der Kirche in Zukunft verschont bleiben.“

Baugeräte hatten durch die Erschütterungen in der Schlussphase der Fertigstellung dafür gesorgt, dass einige Nachbesserungen am Früchteteppich nötig wurden. Grußworte sprachen auch Superior Karl-Heinz Vogt vom Bonifatiuskloster und Schwester Domenica aus Fulda sowie Kreisbeigeordnete Sabine Bauer, die die Grüße von Landrat Bernd Woide überbrachte. Für die musikalische Umrahmung sorgte Bariton Georg Rupprecht aus Sargenzell, der von Pierre van Endert am Klavier begleitet wurde. Der zweite Vorsitzende Karl-Rainer Bräuning dankte Heike Richter mit einem Blumenstrauß für ihren Einsatz.

Informationen
Der 31. Früchteteppich in der Alten Kirche in Sargenzell zeigt in diesem Jahr „Die Bergpredigt“ von Harold Copping. Er noch bis Sonntag, 4. November, besichtigt werden. Öffnungszeiten sind von 9 bis 18 Uhr. Die Anmeldung von Gruppen ist möglich bei der Tourist-Info Hessisches Kegelspiel unter Telefon (0 66 52) 18 01 95 oder bei Hiltrud und Horst Münkel, (0 66 52) 7 93 85 91.