Einmal polnische Luft schnuppern: Zum Ferienjob in die Partnerstadt

13. Januar 2020
Hünfeld/Proskau

Die Kultur eines anderen Landes kennen lernen und dabei Geld verdienen – ein Ferienjob in der Hünfelder Partnerstadt Proskau verbindet beides. Junge Menschen können sich ab sofort wieder für einen Ferienjob im Sommer 2020 bewerben. Im vergangenen Jahr hat Veronika Hergert aus Mittelaschenbach drei Wochen lang polnische Luft geschnuppert – und war begeistert.

Über die Wigbertschule in Hünfeld hat die 16-Jährige von dem Austauschprogramm des Partnerschaftsvereins Hünfeld mit Proskau erfahren und war gleich angetan. Polnischkenntnisse sind für den Austausch nicht erforderlich, viele Menschen in Proskau sprechen Deutsch. Und auch mit Englisch können sich die Hünfelder Jugendlichen in der polnischen Stadt gut verständigen.

Für Veronika Hergert war es sogar ein kleines Heimspiel, denn sie ist bilingual aufgewachsen. Ihre Mutter stammt aus Polen und somit spricht die Wigbertschülerin fließend polnisch. Kurz nachdem sie von dem Ferienjob erfuhr, schrieb sie eine E-Mail an den Partnerschaftsverein – und wurde in das Programm aufgenommen.

Verwaltung oder Bauernhof

Die 16-jährige Nüsttalerin arbeitete während der Sommerferien drei Wochen im Kindergarten in Proskau. „Einsatzorte können außerdem die Verwaltung und der Bauhof sein“, weiß Mariola Kubiak, Mitarbeiterin beim Partnerschaftsverein. Als gebürtige Polin ist sie vor und während dem Austausch Ansprechpartnerin bei allen Fragen.

„Während des Austauschs wohnen die jungen Leute in Gastfamilien der Partnerstadt“, erklärt Mariola Kubiak. So auch Veronika Hergert. Mit dem Bus ging es zunächst von Hünfeld nach Proskau. „In der Gastfamilie wurde ich gleich freundlich aufgenommen. Sie haben gut Deutsch gesprochen“, sagt die Schülerin. Es sei leicht gewesen, sich gut einzuleben. „Nach drei Tagen war alles schon normal“, berichtet sie. „Wir versuchen immer Gastfamilien zu finden, in denen mindestens eine Person Deutsch spricht und es gleichaltrige Jugendliche gibt“, sagt Mariola Kubiak.

Am Familienleben teilnehmen

Drei Wochen lang war Veronika Hergert von 8 bis 15 Uhr im Kindergarten in Proskau und hat dort mit den Kindern gespielt und die Erzieherinnen unterstützt. Mit ihrer Gastfamilie hat sie Ausflüge unternommen und am Familienleben teilgenommen. „Auch die Stadt Proskau ist sehr schön“, sagt die Nüsttalerin. Wenn es Fragen gab, war ihre Gastfamilie immer ihr erster Ansprechpartner. Und auch in der Stadtverwaltung vor Ort gibt es Mitarbeiter, die Deutsch sprechen und bei Fragen mit Rat und Tat zur Seite stehen – wie auch der Partnerschaftsverein Hünfeld.

„Es war wirklich eine schöne und interessante Zeit. Ich kann es jedem nur empfehlen und würde es sofort wieder machen“, sagt Veronika Hergert. Und auch finanziell ist der Ferienjob durchaus lukrativ. In den drei Wochen verdienen die Hünfelder Ferienjobber rund 1000 Euro.

Auch zu zweit möglich

„Damit die Sprachbarrieren und die Unsicherheit in einem fremden Land nicht zu groß sind, bieten wir auch die Möglichkeit, dass zwei Jugendliche gleichzeitig nach Proskau reisen.“ Und Mariola Kubiak weiß auch: „Aus diesem Austauschprogramm sind bereits viele private Freundschaften entstanden, die die Städtepartnerschaften bis heute mit Leben erfüllen.“

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