Für G-8- und G-9-Jahrgang der Wigbertschule steht das Abitur an

07. März 2014
Hünfeld

Endspurt für den Doppeljahrgang an der Wigbertschule: Statt wie für üblicherweise rund 90 Schüler geht es heute für 172 Abiturienten mit den Prüfungen los. Doch inwiefern spielen G 8 und G 9 dabei eine Rolle? Direktor Alfred Helgert und die Schüler sind sicher, dass sich die anfänglichen Probleme durch G 8 zum Guten entwickelt haben.

Ein bisschen nervös sind sie alle – aber das gehört dazu, wenn die wichtigen Abiturprüfungen anstehen. Heute geht es mit der ersten Klausur los. Und zwar in Englisch. Da müssen Veronika Morgel (18), Manuel Hoppe (19), Jan Hettwer (18) und Jana Depta (19) gemeinsam durch. Der Unterschied: Jana und Manuel wurden neun Jahre lang auf die Prüfungen vorbereitet, Veronika und Jan acht.

Sorgen machen sich die beiden deshalb aber nicht. "G 8 war für mich in der Oberstufe keine Belastung. Und für das Abi müssen wir genau dasselbe lernen wie die anderen auch", erklärt Veronika. "Ich würde eher sagen, dass es in Unter- und Mittelstufe stressiger für uns war. Denn wir hatten viel mehr Unterricht." In der Einführungsphase, also der elften Klasse, sind die beiden Jahrgänge der Schüler, die 2005 und 2006 eingeschult wurden, bunt zusammengewürfelt worden.

Weder der G 9- noch der G 8-Jahrgang hätten sich darüber gefreut, geben die vier Schüler zu. Doch das sieht nun anders aus. "Wir verstehen uns alle gut, und durch den großen Jahrgang hat man viele coole Leute kennengelernt. Das hätte ich nicht erwartet", erläutert Manuel. Die G 8ler seien anfangs skeptisch gewesen, was den Wissensstand anging, sagt Veronika: "Viele hatten schon ein wenig Angst, mit den "Großen" nicht mithalten zu können."

In der Einführungsphase habe sich das tatsächlich bei manchen bemerkbar gemacht. "Schwerpunktmäßig hat sich in Fächern wie Englisch gezeigt, dass der G 9-Jahrgang mehr Zeit hatte, die Sprache zu lernen", sagt Alfred Helgert, Schulleiter der Hünfelder Wigbertschule. "Aber auch im Fach Deutsch wurde deutlich, dass bei manchen G 8-Schülern das Textverständnis noch nicht ganz so ausgeprägt war. Das ist natürlich auch in Geschichte oder Politik und Wirtschaft ein Problem gewesen." Aber dieses Problem, da stimmt der Schulleiter den Abiturienten zu, habe sich im Lauf de Oberstufe aufgelöst.

Ein wenig Sorge wegen der nachfolgenden Jahrgänge besteht jedoch: "Wir merken, dass einige G 8ler, besonders in den Sprachen, Defizite haben. Das mag vielleicht einfach etwas mit der Reife zu tun haben." Seit dem vergangenen Jahr wird deshalb an der Wigbertschule wieder ausschließlich G 9 angeboten. Wie Helgert erläutert, habe bei der Entscheidung der Wunsch der Eltern eine große Rolle gespielt.

Dass es wegen G 8 schwierig mit einem Studienplatz werden könnte, befürchten Veronika und Jan nicht. "In anderen Bundesländern hat das auch geklappt", sagen sie. Nur einige von Janas Bekannten haben Bedenken: "Wenn viele für ein Duales Studium oder eine Ausbildung hier in der Gegend bleiben, könnte es vielleicht knapp werden."

Doch bis es mit dem Leben nach der Schule weitergeht, stehen noch Abiball und Abisturm an. Auch darauf arbeiten die Schüler momentan hin. Denn bei dem großen Jahrgang gibt es mehr zu organisieren als in den Vorjahren. Samt Familien passen sie etwa nicht ins Kolpinghaus und feiern den Abiball in der Esperantohalle. "Ich bin auch auf den Abisturm gespannt. Der könnte ein bisschen chaotisch werden", meint Jan. Aber als eingespieltes Team meistert der Doppeljahrgang bestimmt auch diese letzte Herausforderung.