Geht der Demografiepreis nach Hünfeld? Jugendmusiknetzwerk unter den besten sechs Projekten

28. Juli 2016
Hünfeld

Besuch aus Wiesbaden: Der Demografiebeauftragte der Landesregierung, Axel Wintermeyer, reiste am Donnerstag nach Hünfeld, um sich das Jugendmusiknetzwerk vorstellen zu lassen. Das Projekt will junge Talente aus der Region zusammenbringen – und hat gute Chancen, mit dem Hessischen Demografiepreis ausgezeichnet zu werden.

Von unserem Redaktionsmitglied Ricarda Dieckmann

Viele junge Frauen und Männer zieht es nach dem Abitur aus dem ländlich geprägten Hessischen Kegelspiel in Großstädte wie Frankfurt oder Würzburg. Chöre und Orchester in der Region verlieren dadurch exzellente Musiker.

Genau das will das Jugendmusiknetzwerk des Hessischen Kegelspiels seit 2004 verhindern – mit einem Ansatz, der die Jury des Demografiepreises des Landes überzeugt.

Insgesamt 91 Bewerbungen gab es in diesem Jahr, das Jugendmusiknetzwerk gehört zur Auswahl der besten sechs. Anlass genug für Axel Wintermeyer, die Menschen hinter dem Projekt kennen zu lernen.

Musikstudenten kehren in die Heimat zurück

„Es gibt im Hessischen Kegelspiel etwa 80 Gruppierungen, die sich musikalisch betätigen“, sagt Stefan Meyer, der das Projekt leitet. Diese Musikkultur will das Netzwerk stärken, etwa indem es musikbegeisterte Jugendliche aus der Region mit Musikstudenten zusammenbringt, die nicht mehr hier leben.

Dass dieses Modell funktioniert, zeigt das jährliche Konzert „Winds, Strings & Voices“. Für das Event in der Stadthalle Kolpinghaus bildet sich Jahr für Jahr ein Projektorchester. In diesem haben auch Musiker, die nicht mehr im Hünfelder Land leben, einen festen Platz.

Lob vom Demografiebeauftragten

Die Musikszene wird aber auch anders gestärkt: Das Netzwerk ebnet den jungen Musikern in der Region den Weg auf die Bühne, etwa bei der „Langen Nacht“ in Hünfeld, oder jüngst bem „Steinbruch rockt!“-Festival in Mackenzell.

„Daraus können sich langfristige Bindungen ergeben. Es ist ein moderner Weg, die Kultur aufrechtzuerhalten“, lobte Wintermeyer nach der Vorstellung, die neben Musikbeiträgen auch eine Diskussion umfasste.

Der Demografiepreis wird am 28. September in Wiesbaden verliehen. Die Auszeichnung ist mit 20.000 Euro dotiert.