Gelungenes Jahreskonzert des Kammerorchesters an der Wigbertschule

27. Mai 2014
Hünfeld

Begabte Solisten, ein Chor voller Klangkraft und ein Orchester, das auf ganzer Linie überzeugte: Bei dem Konzert des „Hünfelder Kammerorchesters an der Wigbertschule“ kamen die Zuhörer ganz auf ihre Kosten. Unter Leitung von Studienrat Thomas Nüdling präsentierte das Ensemble in der Hünfelder St.-Ulrich-Kirche einen Querschnitt durch die Musikgeschichte.

Auf dem Programm stand zunächst Johann Sebastian Bachs Suite h-Moll BWV 1067. Das umfangreiche Werk bewältigte das Ensemble mit Bravour. Die unterschiedlichen Sätze wurden authentisch und flexibel gestaltet: Scharf punktiert nach französischer Manier war die „Ouvertüre“, die „Sarabande“ erhielt Schwere, die „Bourrée“ Schwung. Höhepunkt war zweifelsohne die fidele „Badinerie“, mit der das große Barockwerk seinen feierlichen und zugleich belebenden Abschluss erlebte. Mit Flötist Pierre Medler (Salzburg) konnte dafür ein ausgezeichneter Solist gewonnen werden, der durch seine prägnante Tongestaltung und das agile Zusammenspiel mit dem Orchester auf ganzer Linie überzeugte.

Dass auch das Kammerorchester selbst über hervorragende Solisten verfügt, bestätigte sich im zweiten großen Werk des Abends: In Wolfgang Amadeus Mozarts Violinkonzert D-Dur KV 218 übernahm Marit Neuhof den Solopart an der Violine. Von ihrem musikalischen Feuer zeugte der erste Satz „Allegro“, den sie filigran darbot. Der ruhige zweite Satz hingegen lebte von der Farbigkeit ihres Instrumentalklanges. Ihr Bruder Silas Neuhof präsentierte sich am Solo-Cello. In das ohnehin schon emotionsgeladene „Gabriel’s Oboe“ von Ennio Morricone hüllte er seine Melodien mit musikalischer Tiefe und hoher Souveränität. Und das Orchester präsentierte sich auch im Begleitpart von seiner besten Seite.

Eine gute Idee war die Einbindung von Gastbeiträgen in das Gesamtkonzert. Diese haben nicht nur inhaltlich, sondern auch klanglich das Programm erfrischt. So sang der Schulchor „Voice Garden“ der Wigbertschule die „Missa canonica“ seines Leiters Thomas Nüdling, der auch am Klavier begleitete. Die Gegenüberstellung balladenhafter und jazzig-peppiger Elemente dieser Messe präsentierten die vierzig Sänger mit starker Klangkraft. Dazu trugen auch die Solisten Klara Golbach, Danièl Müller und Anna Ziert bei.

Die „Jungen Streicher des Kammerorchesters“ gefielen durch große Gestaltungsfreude ihrer Beiträge. Mit dem „Tango“ (Farkas Ferenc), dem „Menuett“ (Johann Sebastian Bach), dem „Reigen seliger Geister“ (Christoph Willibald Gluck) und dem „Choral“ (Francois Couperin) traf Leiterin Katharina Antonovska eine erfreuliche Auswahl für die fünf jungen Musiker.

Die angehende Gesangsstudentin Johanna Halsch, selbst auch Mitglied im Hünfelder Kammerorchester, stellte aus ihrem Programm einen Reigen bunter Beiträge vor. Begleitet wurde sie von Konzertpianist David Andrus. Großen Gefallen fand vor allem ihre Interpretation von Mozarts „Alleluja“ aus „Exsultate jubilate“ KV 165.

Stadt und Wigbertschule , Träger des Kammerorchesters, können zu Recht stolz darauf sein, solche Werke in Hünfeld, von Hünfeldern und auf solchem Niveau dargeboten zu bekommen. Umso erfreulicher war die Resonanz: Harald Halsch, Vorsitzender des Kammerorchesters, konnte zahlreiche Gäste in der St.-Ulrich-Kirche in Hünfeld begrüßen. / so