Heizanlage: Schlotzauer haben Angst
vor Lkw-Lärm und Wertverlust

Schlotzauer sammelten Unterschriften gegen Standort der Heizanlage

14. April 2014
sCHLOTZAU

In Schlotzau regt sich Kritik am geplanten Standort für das Heizwerk, mit dem die Wärme für die geplante "Dorfheizung" erzeugt werden soll. Ein Anwohner gab jetzt eine Liste mit 44 Unterschriften in der Gemeindeverwaltung ab.

"Kein Heizkraftwerk am nördlichen Dorfeingang in Schlotzau für die Nahwärmeversorgung". So steht es als Überschrift über einem kurzen Text, in dem insgesamt 44 Menschen aus Schlotzau gegen die geplante Platzierung der Heizanlage Stellung beziehen. Die Einwender wohnen vor allem im Bereich Fuldaer Straße und Rehgartenstraße. Gesammelt hat die Unterschriften Winfried Seling. Die Hackschnitzelheizung für die geplante, knapp 70 Häuser versorgende Nahwärmeanlage soll auf einer bislang landwirtschaftlich genutzten Fläche an der Fuldaer Straße entstehen. Eine entsprechende Umwandlung des Areals in ein Mischgebiet hatten die Gemeindevertreter im Februar einstimmig beschlossen.


Nach Ansicht Selings war dies eine Fehlentscheidung. Der 67-Jährige, der von seiner Terrasse aus auf die in Frage kommende Fläche zwischen Straße und Sportplatz schauen kann, betont, die Unterzeichner seien nicht gegen die "Dorfheizung". Doch gegen den geplanten Standort gebe es Bedenken. Die Unterzeichner nennen zunächst den "unschönen Anblick". Zudem verweisen sie in dem Schreiben auf den "enormen Verlust an Lebensqualität" und den "Wertverlust ihrer Immobilien". In einer Stellungnahme im Zuge des Bauleitplanverfahrens warnt Seling mit einigen anderen zudem vor den "Geruchs- und Lärmbelastungen durch An- und Abfahrt von Lkw" sowie vor einer "möglicherweise zunehmenden Schadstoffbelastung". Im Gespräch nennt Seling dann noch weitere Bedenken: Nicht nur der Lastwagenverkehr, auch die Nachförderung der Hackschnitzel vom Lager zum Heizkessel verursache belastenden Lärm.


Eine Lösung sieht er in einer Verlegung der Heizanlage: Für Seling wäre der bessere Standort am Gegenhang der flachen Talmulde südwestlich des Sportplatzes. Auf 200 oder 250 Meter Rohrlänge werde es bei einem rund drei Kilometer langen Rohrnetz nicht ankommen.


Sowohl Bürgermeister Alexander Hohmann (SPD) als auch der Kopf der Nahwärme-Initiative, Simon Sauerbier, waren gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen, da sie sich im Urlaub befinden.