HSV-Ball findet nicht mehr statt – zuletzt immer weniger Besucher

15. Januar 2020
Hünfeld

In den vergangenen Jahren waren immer weniger Besucher gekommen: Deshalb hat sich der Hünfelder Sportverein entschieden, den traditionellen HSV-Ball in der Stadthalle nicht mehr zu veranstalten. Das finanzielle Risiko ist zu groß.

Von unserem Redaktionsmitglied Sabrina Mehler

Der HSV-Ball in der Stadthalle Kolpinghaus galt lange Zeit als Traditionsveranstaltung in Hünfeld. Wie lange es die Veranstaltung gegeben hat, ist unklar – „mindestens aber seit dem Krieg“, sagt Lothar Mihm, Vorsitzender des Hünfelder Sportvereins. Er erinnert sich gerne an die Hochzeiten des Balls, als noch mehr als 1000 Gäste miteinander feierten, tanzten, lachten.

„Da standen die Leute wie die Heringe.“ Ein Sicherheitsdienst habe irgendwann dafür sorgen müssen, dass ab 23 Uhr niemand mehr reingelassen wird, „weil es so eng war, dass noch nicht mal jemand mehr tanzen konnte“.

Alleine der Kartenvorverkauf für den Ball im Vorfeld war fast schon ein Großereignis für sich, als die Leute stundenlang anstanden und die Wartezeit mit Musik und Getränken versüßt wurde. Der HSV-Ball war einer der Höhepunkte in der Fastnachtszeit.

Verein musste 2000 Euro drauflegen

„Diese Zeiten sind längst vorbei“, sagt Mihm. In den vergangenen Jahren kamen immer weniger Besucher, zuletzt waren es nur noch knapp 300. Die waren zwar auch im vergangenen Jahr gut gelaunt wie immer, in Tanz- und Feierstimmung und hatten sich für den alljährlichen Kostümwettbewerb in Schale geworfen, doch nur in den ersten Tischreihen wurde es wirklich voll. Im hinteren Teil des großen Saals blieb es gähnend leer.

„Zuletzt haben wir 2000 Euro drauflegen müssen – die Band, die Werbung, die Plakate und all das kostet eben.“ Dabei sei ansonsten alles optimal gewesen: „Die Band hat immer Vollgas gegeben, wenige Pausen gemacht.“ Der HSV-Vorsitzende glaubt, den Grund für den Besucherrückgang zu kennen und einen Trend beobachten zu können: „Im Vergleich zu früher hat in unserer Region das Interesse an der Fastnacht nachgelassen.“

Tradition scheitert am finanziellen Risiko

Dennoch habe der Verein darum „gekämpft“, den Ball doch stattfinden zu lassen: „Wir saßen lange mit dem Kulturwart Ulrich Ebert und dem früheren Fußball-Abteilungsleiter Joachim Hess zusammen, um den HSV-Ball noch zu retten. Wir wollten etwas auf die Beine stellen“, macht Lothar Mihm deutlich.

Verschiedene Lösungsvorschläge und Modelle habe es gegeben, unter anderem auch die Idee, gemeinsam mit der Hünfelder Karnevalsgesellschaft eine Veranstaltung durchzuführen, berichtet Mihm. Doch von der HKG habe es keine eindeutigen Signale in diese Richtung gegeben. „Letztlich ist der Ball dann am finanziellen Risiko gescheitert.“

Er bedaure dies sehr, unterstreicht der Vereinsvorsitzende. „Denn die Fastnacht hat beim HSV eigentlich eine lange Tradition.“ Eine Zeit lang, als die Karnevalsgesellschaft noch nicht so gut aufgestellt war, habe man sogar eine Kinderfastnacht veranstaltet. „Und der HSV-Ball war für uns eine Werbeveranstaltung“, unterstreicht Mihm. „Das war eine gute Sache, obwohl die Veranstaltung für die Organisatoren stets auch ein Arbeitstag mit all seinen Problemen war. Aber sie hat uns allen immer Spaß gemacht.“

Neuauflage nicht unmöglich

Ob der Hünfelder Sportverein den Ball tatsächlich abgehakt hat oder in diesem Jahr nur eine Pause einlegt? „Ich halte es mit James Bond“, sagt Mihm lachend: „Sag niemals nie.“ Es könne durchaus sein, dass es irgendwann eine Neuauflage gibt: „Aber nur, wenn es ein neues Konzept gibt, in dem auch die Kosten klar sind.“

HKG-Narren stürmen die Hünfelder Redaktion (mit Video)

Der schauderöse Dreifach-Doktor Christoph Raschka gab gleich die Marschrichtung für die Fastnachtszeit vor: „Stress, Ärger und Unmut lasst uns flieh'n, denn Lachen ist die beste Medizin." Und so hielten es die Gaalbern von der HKG, die mit Elferräten, den Gaalbernsternchen und der Elferratskapelle gekommen waren, dann auch: Mit guter Laune, Schalk im Nacken, und zünftigen Karnevalshits zeigten sie, warum Hünfeld mittlerweile als echte Narren-Hochburg gelten darf.

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