Hünfeld erhält einen zweiten Bahnhof

Eröffnung des Bahnmuseums im alten Wasserturm am Wochenende

06. August 2013
Hünfeld

Die Weichen am alten Hünfelder Wasserturm sind gestellt. In wenigen Tagen öffnen sich die Pforten des neuen Bahnmuseums in Hünfeld für Besucher.

Nach dem Erwerb des alten Wasserturms der Bahn durch die Stadt Hünfeld und der Übereignung an das Konrad-Zuse-Museum im Jahr 2008 war die Zukunft des Gebäudes bereits vorbestimmt: Dort sollte ein Bahnmuseum eingerichtet werden.

Zusammen mit Museumsleiter Rigobert Guthmüller, seiner Stellvertreterin Ute Schneider und dem Museums-Mitarbeiter Claus Trober werkelt Karl Sauerbier, Geschäftsführer des Konrad-Zuse-Museums, noch fleißig bis zuletzt im Museum. Platten mussten verlegt sowie Ausstellungsvitrinen befüllt und beschriftet werden. Nun werden die letzten Mützen gerichtet, Landkarten befestigt und die Uhren auf ihre Genauigkeit kontrolliert, damit bei der offiziellen Eröffnung alles funktioniert und gut aussieht.

Zwei großzügige Spender aus der Region machten das Museum allerdings erst möglich. Alfred Möltner aus Neuhof erklärte sich bereit, seine gesammelten Werke abzugeben und sie der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Kurz danach meldete sich Maria Schellwanich aus Hünfeld, die eine ebenso große Sammlung ihres verstorbenen Mannes dem Museum übergab. Zwei große Lastwagen waren für den Transport notwendig, damit die vielen Exponate in das Museum umziehen konnten.

"Beide Großspender arbeiteten früher bei der Bahn. Ebenso wie andere, die dem Museum alte Uniformen überließen und früher Bahnbeamte waren", erklärt Karl Sauerbier, Geschäftsführer des Konrad-Zuse-Museums.

In unmittelbarer Nähe zum Bahnhof Hünfeld ist nun im und um den alten Wasserturm ein kleiner zweiter "Bahnhof" entstanden. Vier riesige Wasserbehälter waren hier einst untergebracht und versorgten die Dampflokomotiven mit Wasser. Nun beherbergt das knapp 70 Quadratmeter große Gebäude neben Informationen über die allgemeine Bahngeschichte seit ihrer Entstehung 1835 bis in die Neuzeit auch Interessantes über die Hünfelder Bahngeschichte seit 1866. Neben der "Bimbel"-Strecke bis Wenigentaft, die bis 1992 befahren wurde und heute als Fahrradweg dient, sind Utensilien zum Gleisbau, Arbeitsmaterialien für den Rangierbereich oder das Stellwerk ausgestellt. Auch Konrad Höhl, der letzte Schaffner der Bimbel, grüßt als lebensgroße Pappfigur. "Er hat den Zug warten lassen, wenn noch jemand auf den Bahnsteig gesprungen kam", berichtet Sauerbier. Auch Höhls Original-Bekleidung und Tasche sind dem Museum zur Verfügung gestellt worden.

Hinter dem Gebäude ist ein kleiner Bahnsteig nachgebaut worden. Dort stehen Vor-, Haupt- und Flügelsignale, die heute fast nur noch auf Nebenstrecken eingesetzt werden und auf den Hauptstrecken durch moderne Lichtsignale ersetzt wurden. Bis zur Eröffnung wird ein Emailleschild, eine große Bahnhofsuhr und ein Lautsprecher den "Zweit-Bahnhof" Hünfelds komplettieren.

Analog zum Zuse-Museum wird das Bahnmuseum an den beiden Wochenenden, 17. und 18. August sowie 24. und 25. August, in der Zeit von 15 bis 17 Uhr geöffnet sein. Ansonsten kann das Museum bis auf weiteres nur nach einer terminlicher Absprache besucht werden.