Leimbacher Schäfer rechnet mit 500-mal Schaf-Nachwuchs

20. April 2014
Leimbach

"Die Vorhersage: Unabhängig vom Wetter geht in Leimbach bis Ostern ein starker Lämmerregen nieder." So zumindest sieht die Prognose aus, die Schäfer Elmar Spies gibt. Und der 56-Jährige ist vom Fach – seit mehr als 30 Jahren.

Ein wahres Blök-Konzert erfüllt den Winterstall der "Schäferei mit Herz" unweit des Kegelspielradwegs. Rund 400 Mutterschafe drängen sich an den gut gefüllten Futterraufen, laufen durch das Stroh. Elmar Spies schaut prüfend herum und freut sich an den gerundeten Bäuchen der Tiere. "Das gibt eine Menge Zwillinge und auch ein paar Drillinge", ist er sich sicher.


Dass die Tiere ihren Nachwuchs im Schutz des Stalls bekommen, hat nichts mit den kühlen Temperaturen zu tun, die in den vergangenen Tagen herrschten: "Hier haben wir keine Probleme mit Krähen und Elstern", erklärt Spies. Würden die Schafe auf der Weide lammen, gäbe es viele Verluste, weil die Rabenvögel dem Schaf-Nachwuchs massiv zusetzen würden, weiß er aus Erfahrung.


Rund 950 Muttertiere gehören zur Spies-Herde, die sich aus Schwarzkopfschafen, Rhönschafen (bei denen nur der Kopf schwarz ist) und ein paar "Coburger Füchsen" zusammensetzt. Damit der Nachwuchs nicht gleichzeitig kommt, werden die Böcke zeitversetzt zu den Mutterschafen gelassen. Für die letzte Teil-Herde geht die fünfmonatige Tragzeit jetzt zu Ende. Vom Wochenende an werden dann an die 500 Lämmer auf wackligen Beinen durch das Stroh staken und ihre ersten Bocksprünge machen.


Für Elmar Spies' Enkeltochter Alina (9) und deren zehnjährige Freundin Anna Hohmann ist das eine spannende Zeit. Die beiden sind vertraut im Umgang mit den Tieren und nutzen die Ferientage, um im Stall zu schauen – und natürlich auch, um zu helfen.


Nur ein paar Wochen werden vergehen, bis die Lämmer dann mit ihren Müttern zur Sommerweide in Motzfeld bei Friedewald ziehen. Dann wird wohl auch Hütehündin Manda wieder dabei sein. Die liegt ebenfalls im "Wochenbett" und knurrt warnend, wenn sich ein Fremder ihren knuddeligen sechs Welpen nähert, die, brav nach schwarzer und roter Fellfarbe sortiert, gerade ihr Abendessen schlürfen.