Lilly Gelhausen gewinnt Kreisentscheid des Vorlesewettbewerbs

26. Februar 2019
hünfeld

Beim Kreisentscheid des 60. Vorlesewettbewerbs in Hünfeld haben acht Sechstklässler unter anderem aus Geschichten über Agenten, eine vermeintlich böse Hexe und einen abenteuerlustigen Lehrer vorgelesen. Die besten Vorleser aus verschiedenen Schulen des Kreises zeigten bei dem Wettbewerb in der Wigbertschule ihr Können. Bei einer knappen Entscheidung setzte Lilly Gelhausen von der Wigbertschule sich als Siegerin durch.

Von unserem Redaktionsmitglied Marcel Blumöhr

„Die Jury hat es sich mit der Entscheidung nicht leicht gemacht – da rauchten schon ziemlich die Köpfe. Ihr alle seid gute Vorleser, sonst wärt ihr nicht hier“, erklärte Markus Bente, Gastgeber des Wettbewerbs und Leiter der Wigbertschule. Mit ihrer klaren Sprache und ihrem spannenden Lesestil überzeugte Lilly Gelhausen von der Wigbertschule die Jury. Als Erstplatzierte ist sie eine Runde weiter und tritt im März beim Bezirksentscheid in Korbach an. Für ihren Sieg musste sie aber auch ein Opfer bringen, denn ihre Klasse war während des Wettbewerbs auf einem Wandertag.

Nacheinander wurden die Sechstklässler auf die Bühne gerufen. Dann hatten sie drei Minuten Zeit, aus ihren mitgebrachten Büchern vorzulesen – meist waren es die Lieblingsbücher der Schüler. Die Lehrer, Eltern und Mitschüler lauschten unter anderem den Geschichten von zwei Außenseitern, die von ihren Mitschülern gemobbt werden, von Matilda, dem Wunderkind und von Meggies Kampf gegen Capricorn im Buch Tintenherz. Die Zuschauer zeigten ihre Begeisterung mit viel Applaus.

Doch die Vorleser mussten die Jury überzeugen. Diese setzte sich zusammen aus Ute Pospiech, Mitarbeiterin der Mediothek der Wigbertschule, Bernd Loskant, Chefredakteur von move36, Martina Milde, Mitinhaberin des Bücherladens in Hünfeld und der Koordinatorin Tatjana Reiter, die an der Wigbertschule die Fächer Deutsch und Sport unterrichtet. Bewertet wurden die Lesetechnik und die Interpretation des Textes. Belohnt wurden die Schüler für sicheres und flüssiges Vorlesen sowie für einen atmosphärische Lesestil.

In der zweiten Runde lasen alle Sechstklässler aus dem Buch „Das Geheimnis des siebten Weges“ von Tonke Dragt vor, das keiner der Schüler vorher kannte. In dem Fantasy-Buch vermischt sich die von einem Lehrer erschaffene Fantasywelt immer mehr mit seiner wirklichen Welt.

Den Schülern war die Nervosität anzumerken, obwohl sie sich bereits in ihren Klassen und Schulen als beste Vorleser durchgesetzt hatten. „Ich bin schon etwas nervös, weil die anderen alle so gut vorgelesen haben“, gab Elisabeth Eck nach der ersten Runde zu.

Sobald sie aber Platz genommen hatten und aus ihren Lieblingsgeschichten vorlasen, wurden sie ganz gelassen. Lilly Gelhausen las aus dem Buch „Shadow Agent“ von Ivo Pala. „Es geht um Agenten und einen Jungen, der einen Diplomaten vor einem Attentat rettet“, erklärte die Wigbertschülerin.

Juliana Erb von der Lüdertalschule in Großenlüder holte den zweiten Platz. Sie wählte mit „Das Mädchen ,das den Mond trank“ von Kelly Barnhill eine mystische Geschichte um eine vermeintlich böse Hexe.

Keiner der Schüler ging mit leeren Händen nach Hause. Sie erhielten als Belohnung für ihre Mühen einen Jugendroman. Lilly Gelhausen bekam zusätzlich das Siegerbuch „Die beste Medizin“ (Christine Hamill).

Seit 1959 veranstaltet der Börsenverein des Deutschen Buchhandels den Vorlesewettbewerb, um junge Menschen für das Lesen zu begeistern.