Made in Rasdorf: Wiegand baut Riesenrutsche in China

09. Januar 2018
Rasdorf

Es ist sozusagen eine Kreuzung von Riesenrad und Wasserrutsche. Das Riesen-Spaßgerät mit einer Höhe von 24 Metern heißt Slide Wheel und ist „made in Rasdorf“. Mit einer Weltneuheit geht die Firma mit dem bescheidenen Namen Wiegand Freizeiteinrichtungen auf den Markt. Das erste Exemplar wird im April in Betrieb genommen – in der südchinesischen Elf-Millionen-Einwohner-Stadt Guangzhou.

Von unserem Redaktionsmitglied Hartmut Zimmermann

Wie es scheint, wird das Rasdorfer Unternehmen jetzt nicht nur für seine Entwickler-Kunst, sondern auch für seine Ausdauer belohnt. Denn die Anfänge des Projekts reichen bis ins Jahr 2012 zurück, berichtet Geschäftsführer Hendrik Wiegand. Damals hatte der Schweizer Erfinder Jean Claude Fischer dem Unternehmen die Idee für das Projekt vorgestellt. „Es war längst nicht alles für die Praxis durchdacht, aber der Grundgedanke der rotierenden Rutsche hat uns überzeugt“, erinnert sich der 53-Jährige.

Aus der Überzeugung wurde konkrete Projektarbeit. Planer, Statiker und Rutschenexperten setzten sich zusammen und erarbeiteten die Konstruktion für das Riesengerät. Denn in der Anlage verstecken sich rund 140 Meter Rutschröhren von sage und schreibe 2,70 Meter Durchmesser – Platz genug für Rutschreifen mit vier Personen. Am Ende stand eine TÜV-geprüfte Konstruktion – Grundlage für das Modell, mit dem Wiegand das Slide Wheel bei diversen internationalen Fachmessen vorstellte.

Dann gelang in Zusammenarbeit mit der für den Vertrieb zuständigen Tochterfirma Wiegand-Mälzer GmbH der Durchbruch. Der Chimelong Water Park in Guangzhou hatte den Mut, das erste Slide Wheel zu ordern und damit den Startschuss für die reale Produktion zu geben. Jetzt sind die Monteure dort im Einsatz.

Und seitdem Kunden die Anlage im Probelauf erleben konnten, gehen die Bestellungen ein: Im vergangenen Vierteljahr kamen drei weitere feste Order: eine aus Mittelchina, zudem eine für Belgien und eine für den Aquapark im polnischen Reda unweit von Gdynia (Gdingen). Dort soll das Slide Wheel sich von 2019 an drehen. Für das Rasdorfer Unternehmen eine starke Nachricht. Denn den Preis für ein Slide Wheel beziffern Wiegand und sein Prokurist Dieter Hahn auf „mehrere Millionen Euro“.

Einen ausführlichen Bericht sowie einen Kommentar zum Thema lesen Sie in der Dienstagausgabe der Fuldaer Zeitung und der Hünfelder Zeitung sowie im E-Paper.

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