"Lästerschwästern" sparen beim Rathausabend nicht an Ironie und Sarkasmus

"Lästerschwästern" sparen beim Rathausabend nicht an Ironie und Sarkasmus

05. Mai 2014
Hünfeld

Die "Lästerschwästern" haben beim Hünfelder Rathausabend gastiert. Dabei überzeugten sie das Publikum mit einem hochklassigen Kabarett.

Trotz des parallel stattfindenden Halbfinales der Champions League zwischen Bayern München und Real Madrid hatten sich einige Männer vom Titel "Des Dilemma mit de' Männer!" nicht abschrecken lassen und waren in den ausverkauften Rathaussaal gekommen. Dass die weiblichen Besucher dabei jedoch in Überzahl waren, versteht sich fast von selbst.

Denn es wurde gelästert, was das Zeug hält, natürlich vor allem über das angeblich starke Geschlecht. Seit nunmehr genau zehn Jahren stehen die beiden aus dem Raum München stammenden Kabarettistinnen Martina Wick-Laudahn und Dorothea Anzinger gemeinsam als "Lästerschwästern" auf der Bühne – eine als aufgeschlossene Männerversteherin, die das männliche Geschlecht in einem ehemaligen Kloster zu besseren Manieren "umerziehen" möchte. Die andere als weiblicher Macho mit militärischem Drill. Konflikte sind da vorprogrammiert.

Die beiden schlüpfen zudem in unterschiedlichste Rollen: mal aufgezogen als Verkaufsshow für Frauen, die sich einen neuen Mann leisten möchten, was natürlich in einem amüsanten Fiasko endete; mal dargestellt als verspielter Gott mit seiner Frau, der Göttin, die sich beide seit der Entstehung der Erde einen permanenten Wettstreit der Geschlechter liefern. Dabei erfährt der Zuschauer unter anderem, warum schwarze Löcher in der Galaxie deutlich schlimmer sind als Laufmaschen in der Strumpfhose oder dass eine Frau im Bikini im Hirn eines Mannes dieselbe Reaktion hervorruft wie ein Schraubenschlüssel. Daraufhin wurde geschlussfolgert: Ein Baumarkt ist in Wirklichkeit ein heimlicher Sexshop für Männer.

Der Auftritt der beiden war bestückt mit einer geballten Ladung an Sarkasmus und Ironie, wie man es nur selten erlebt. Wilde Grimassen schneidend und lamentierend standen die Kabarettistinnen, die sich niemals einig waren, nebeneinander und lauschten abfällig den Worten der Partnerin. Insbesondere die Männer wurden stark in den Auftritt mit eingebunden, was die Stimmung weiter ansteigen ließ.

Das Publikum durfte dabei allerdings nicht zimperlich sein, denn Tabus gab es bei der Show der beiden Kabarettistinnen keine. Egal ob die Kirche oder häusliche Gewalt: Kein Thema wurde an diesem Abend ausgelassen. Es war aber immer gespickt mit einem sozial- und gesellschaftskritischen Unterton, der einen im Nachhinein nachdenklich stimmte.

Mit viel Herzblut deckten die Künstlerinnen die Schwächen beider Geschlechter auf und bekamen vom Publikum viel Applaus dafür.