Polizist klärt Eltern über die Gefahren der neuen Medien auf

23. Mai 2014
Hünfeld

Kompetenten Rat im Bereich der „neuen Medien“ erhielten Eltern des Hünfelder Wigbertgymnasiums. Marco Hohmann, Ermittler der Polizeidienststelle Mittelhessen, stattete der Schule einen Besuch ab und referierte zum Thema „Gefahren im Internet“.

„George Orwell, der Erfinder des ,Großen Bruders‘, würde sich im Grabe umdrehen.“ So beschrieb Marco Hohmann vom Polizeipräsidium Mittelhessen die aktuelle Gefährdung persönlicher Daten vieler Internetnutzer. Der Kommissar ist Spezialist auf dem Gebiet. Er ermittelt inzwischen seit 15 Jahren rund um die neuen Medien.

Knapp 50 Eltern, alle mit Kindern in der fünften Klasse, waren zur Informationsveranstaltung „Gefahren im Internet“ gekommen, um sich vom Fachmann über die Risiken der neuen Medien aufklären zu lassen. Dabei wird schnell klar, welche Botschaft von diesem Abend ausgeht. „Schauen Sie nach, was Ihre Kinder im Internet treiben!“, wiederholt der Polizeikommissar mehrmals.

Wie wichtig die Sensibilisierung der Eltern ist, beweise die Statistik. Laut ihr sind über 40 Prozent der Eltern wenig bis gar nicht daran interessiert, was ihre Kinder im „WorldWideWeb“ veranstalten. Vielleicht gerade deswegen hatte Hohmann eine Vielzahl von teils drastischen Beispielen dabei, die veranschaulichten, was im Internet theoretisch alles schief gehen kann.

So berichtete er von massiven Suchtproblemen, bei denen Kinder bis zu 16 Stunden täglich vor dem Computer sitzen würden. Zudem bewies er den Eltern, wie leicht es selbst für einen Zehnjährigen sei, im Internet – egal ob beabsichtigt oder aus Versehen – an pornographisches Material heranzukommen. Für besonders verdutztes Kopfschütteln bei den Eltern sorgte die Information, dass selbst die normale Nutzungszeit sämtlicher internetfähiger Geräte, wie Smartphone, Tablet oder PC, bei einem 15-Jährigen täglich bei durchschnittlich über 7,5 Stunden liegt.

Trotzdem sei Hohmann keiner, „der auf Grund der neuen Medien das Ende des Abendlandes prophezeit“. Facebook habe es in veränderter Form auch früher bereits gegeben, besser bekannt als „Freundebücher“, die man sich mit nachhause gegeben habe. Denn „es war dem Menschen schon immer ein Bedürfnis sich darzustellen“, erklärt der Ermittler. Auch andere Dinge wie Mobbing oder das häufig zitierte „Sexting“ seien keine Phänomene, die es vor dem Internet nicht auch schon gegeben hätte. Das eigentliche Problem sei die rasche und vermeintlich anonyme Verteilung des Materials durch die sozialen Netzwerke, so Hohmann weiter. Es sei immens wichtig, gemeinsam mit den Kindern feste Regeln für die Internet- und Handynutzung aufzustellen. Auch solle man den Kindern einen „Rückzugsort“ vor sozialen Medien bieten, wo sie einfach Kind sein können. Deswegen sind für Hohmann Smartphone und PC im Kinderzimmer tabu.

Präventionslehrerin Edeltraud Filipp stellte den Eltern weitere Angebote der Schule vor, bei denen die Schüler, etwa mittels Seminaren oder Theaterstücken, Aufklärung über die Risiken des Internets erhalten. Sie appellierte jedoch ebenfalls eindringlich an die Verantwortung der Eltern, genau auf das Internetverhalten ihrer Kinder zu achten.