Eberhard Fennel und Berthold Jost zur finanziellen Situation der Point Alpha Stiftung

19. Juli 2019
Rasdorf

Mehr als ein Jahr nach dem Rücktritt von Point-Alpha-Stiftungsdirektorin Ricarda Steinbach ist der Posten immer noch unbesetzt: Es ist kein Geld dafür da. Stattdessen versuchen nun Dr. Eberhard Fennel und Berthold Jost ehrenamtlich, die desaströse finanzielle Situation in den Griff zu bekommen.

Von unserem Redaktionsmitglied Sabrina Mehler

Seit Frühjahr des vergangenen Jahres gehört Fennel dem Vorstand der Point Alpha Stiftung ehrenamtlich an, Jost seit Juni 2018. Langweilig wird es den beiden Pensionären nicht – 20 bis 30 Stunden in der Woche arbeitet jeder von ihnen für die Gedenkstätte.

Zentrales Problem sei die „dramatische Unterfinanzierung“, stellt der 70-Jährige fest. Während es früher jährliche Zinserträge in Höhe von 400 000 Euro gab, liegt die Summe heute bei um die 185 000. „Und das wird noch weniger werden“, prophezeit Jost. Auch die wichtigen Einnahmen aus der Gedenkstätte sinken: Besuchten früher noch 90 000 Menschen jährlich Point Alpha, waren es im vergangenen Jahr nur 74 000.

Stiftung benötigt Geld für Investitionen

„Aber wenn wir Leistungsträger gewinnen und halten wollen, brauchen wir mehr Geld“, betont Fennel. Daher seien die Gehälter bereits um acht Prozent erhöht worden, es habe auch einen „kleinen Einstieg ins Weihnachtsgeld“ gegeben, berichtet Fennel. Künftig soll die Bezahlung aber differenzierter, eher aufgaben- und leistungsorientiert, ausfallen.

Um die Attraktivität der Gedenkstätte zu erhalten, müssen allerdings auch Investitionen getätigt werden, zum Beispiel in die Verbesserung der IT-Infrastruktur, insbesondere aber in die Ausstellungen. Dafür wurden Anträge auf Fördermittel gestellt, ein Programm könnte dabei 160 000, ein anderes 130 000 Euro bewilligen.

Zum Beispiel sollen noch Lkws restauriert und die Grenzanlagen historisch korrekt rekonstruiert werden. Aber auch viele kleine Maßnahmen gehen Fennel und Jost an: die Anschaffung von Klappstühlen für ältere Menschen am Weg der Hoffnung zum Beispiel oder ein Toilettenhäuschen, das 37 Euro in der Woche kostet, für den Mitarbeiter an der US-Camp-Kasse.

Einsparungen im Akademiebetrieb

Die beiden Vorstände haben sich allerdings auch auf die Suche nach Möglichkeiten der Kosteneinsparung begeben. „Wir haben geschaut, wo wir wirtschaftlicher sein können“, sagt Fennel. Auch hier rücken die Kassen in den Fokus: Sowohl im Camp als auch im Haus auf der Grenze gibt es jeweils eine, wegen des personellen Aufwands „eine ungünstige Situation“, sagt Fennel. Geplant ist daher ein „digitalisiertes System“ im Camp, zumindest an den kalten Tagen im Winter, wenn nur 10 bis 20 Besucher gezählt werden.

Die Einsparungen betreffen insbesondere auch den Akademiebetrieb, dessen Aufgaben kürzlich gesplittet wurden: Für den Bildungsbetrieb zeichnet nun die Stiftung verantwortlich, für den gewerblichen Bereich der Tagungsstätte mit der Gastronomie die Stadt Geisa. Wie Fennel berichtet, soll die „Flut von Seminaren“ deutlich reduziert werden; stattdessen will man sich auf „wertige Angebote“ konzentrieren.

Was die beiden Pensionäre geplant haben, um vor allen für Schulklassen attraktiver zu werden und mehr Details über die finanzielle Situation der Point Alpha Stiftung lesen Sie in der Samstagsausgabe der Hünfelder Zeitung.