Störche brüten bei Hünhan

Drittes Paar im Landkreis / NABU bittet um Rücksichtnahme

25. April 2014
Hünhan

Die Tiere hatten eine beträchtliche Auswahl, denn durch die Aktivitäten des NABU und später der Unteren Naturschutzbehörde im Verbund mit der ÜWAG gibt es allein im Altkreis sechs künstliche Nestangebote für Adebar: In Rothenkirchen, Schlotzau, Hünhan und Hünfeld wurden Nester, meist auf Masten, errichtet.


"Die Wiederansiedlung des Weißstorchs ist ein Erfolgsmodell" , freut sich Müller: "Nachdem sich das erste Paar vor mehreren Jahren zwischen Flieden und Neuhof angesiedelt hatte, gibt es in diesem Jahr nicht nur in Hünhan, sondern auch an der Fliede zwischen Kerzell und Löschenrod eine erstmalige Brut." Wichtig sei es, dass die Tiere jetzt in der Brutzeit nicht gestört würden. Daher appelliert er an Radfahrer, Spaziergänger, in den nächsten Wochen nicht zu nah an den Nest-Mast heranzugehen. "Gerade bei der ersten Brut besteht die Gefahr, dass die Tiere, wenn sie gestört werden, das Gelege verlassen. Daher bittet er besonders Hundebesitzer, ihre Tiere an der Leine zu führen. "Aus etwas Distanz den Tieren am besten durchs Fernglas zuzuschauen, ist aber kein Problem, betont Müller.

Hintergrund:

Der Weißstorch ist der einzige Großvogel, der sich eng an die Siedlungen des Menschen angeschlossen hat: Er baut sein Nest häufig auf den Dächern von Gebäuden oder auf Türmen.


Der Vogel mit dem klangvollen lateinischen Namen Ciconia ciconia ist allerdings nicht für seinen melodischen Gesang, sondern für sein markantes Schnabel-Geklapper bekannt. Weil er seine Beute – Frösche, Kröten, aber auch Insekten, Mäuse und Würmer – vor allem in Feuchtwiesen findet, ist sein Vorkommen hierzulande meist durch das Nahrungsangebot begrenzt.

In den zurückliegenden Jahren hat im Landkreis Fulda die Untere Naturschutzbehörde in Zusammenarbeit mit dem Stromversorger ÜWAG und den Naturschutzverbänden zahlreiche Nestplattformen auf ausgedienten Strommasten errichtet. Die oft in Gemeinschaftsarbeit mit Schulen und Kindergärten geflochtenen Nester wurden meist an Fluss- und Bachläufen aufgestellt.


Weil die Störche sich in den zurückliegenden Jahren recht gut vermehrt haben, steigt auch die Nachfrage nach Nistplätzen, so dass die Experten auch in der Region für die kommenden Jahre mit weiteren Bruten rechnen. Voraussetzung ist allerdings, dass genügend Feuchtwiesen und Überschwemmungsräume entlang der Flüsse bestehen.

Der Weißstorch ist auch der "Wappenvogel" des Naturschutzbundes (NABU). Der Verband informiert im Internet über das Tier. Unter anderem präsentiert er ein Projekt, bei dem mit Peilsendern ausgestattete Störche auf ihren Wegen zwischen den Winterquartieren in Spanien oder Zentralafrika und ihren Nistplätzen hierzulande beobachtet werden.

Weitere Infos gibt es auf der NABU-Homepage.

"Schon seit einigen Wochen haben sich Weißstörche im Bereich Hünfeld-Burghaun aufgehalten", berichtet Matthias Müller, NABU-Vorsitzender in Hünfeld. Das bestätigt auch Josef Dietz vom NABU Burghaun-Gruben, der in Hünhan wohnt. Und sozusagen vor dessen Haustür, in der Haune-Aue zwischen Hünhan und Hünfeld, steht der Nestmast, den sich die beiden Neulinge ausgesucht haben.