Verärgerte Milchviehbauern übergeben zweieinhalb Seiten lange Resolution an Hochwald

31. Mai 2016
Hünfeld

Rund 30 Milchviehhalter aus der Region haben am Dienstagvormittag der Molkerei Hochwald in Hünfeld einen Besuch abgestattet: Sie übergaben Werksleiter Gunter Kaufmann eine Resolution. Darin fordern sie schnelle und konsequente Lösungen, um die EU-Milchmengen zu reduzieren.

Der Steinbacher Richard Hahn, Mitglied im Bund deutscher Milchviehhalter (BDM), übergab das zweieinhalb Seiten lange „Forderungspapier“ an den Hochwald-Werksleiter. Kaufmann versprach, es umgehend an die Geschäftsleitung in Thalfang zu überreichen.

Laut Resolution fordern die Milchviehhalter, „das Problem an der Wurzel zu packen“. Die Molkereien sollten in dieser „äußerst prekären Situation“ nun „deutliche Signale“ setzen, damit die Beschlüsse der Agrarministerkonferenz auf nationaler und europäischer Ebene „konsequent umgesetzt“ werden.

Derzeit erhalten die Milchbauern lediglich 21 Cent pro Liter Milch. „Das ist für uns ein Schlag ins Gesicht“, sagt Jürgen Förg aus Bad Brückenau. Um kostendeckend wirtschaften zu können, müsse der Preis mindestens bei 40 Cent liegen, erklärt Richard Hahn.

100 Millionen vom Staat: Schlüchterner Landwirt nach „Milchgipfel“ skeptisch

Wenn sich nicht schnell etwas ändere, müssten zahlreiche Betriebe schließen. Der Steinbacher sieht deshalb „eine ganze Kulturlandschaft“ zugrunde gehen. „Wir befinden uns in einem Hamsterrad. Wir demmeln und demmeln, aber kommen da nicht raus.“

Doch die Bauern kritisieren nicht nur die gesunkenen Milchpreise, sondern auch das „gesunkene Verständnis der Bürger für den Landwirt“. Das liege auch daran, dass die Supermarktregale immer gefüllt sind, bemängelt Hahn. „Das sagen viele Leute: Wofür brauchen wir eigentlich noch den Bauern im Dorf?“

Die Protestaktion vor dem Gebäude der Molkerei sollte daher auch dafür sorgen, dass die Bevölkerung erfährt, „wie viel Landwirte für unsere Gesellschaft leisten“, sagte Hahn.