Widerstand gegen Suedlink ungebrochen

07. Mai 2019
Burghaun

Der Bundesverband der Bürgerinitiativen gegen Suedlink (BBgS) hat in Burghaun getagt, um in einer Mitgliederversammlung die nächsten Schritte im Widerstand gegen die Trasse zu planen.

Vertreter von Bürgerinitiativen aus Hessen, Bayern, Niedersachsen und Thüringen waren zusammengekommen, denn das offizielle Verfahren zum Stromtrassenbau soll in die nächste Phase gehen. Unterstützung erhielt der BBgS-Vorstand durch Wolfgang Baumann, Fachanwalt für Verwaltungsrecht, aus Würzburg.

Zentrales Thema waren Möglichkeiten für Bürgerinitiativen im Protest gegen Suedlink – auch von juristischer Seite. Die Öffentlichkeit werde derzeit durch die Bundesnetzagentur aufgefordert, eine Stellungnahme zu den Suedlink-Planungsunterlagen abzugeben, bevor über den Trassenverlauf entschieden werden soll. Das bedeutet laut Bundesverband, dass erneut alle von den Übertragungsnetzbetreibern TenneT und TransnetBW ausgearbeiteten Trassenvarianten auf dem Prüfstand stehen. „Wer im abschließenden, nicht öffentlichen Erörterungstermin Einwände und Argumente gegen den Suedlink noch einmal verdeutlichen möchte, muss sich an dieser Konsultation beteiligen. Sonst hat er das Recht auf Teilnahme beziehungsweise Einflussnahme verwirkt“, mahnte Maria Quanz, Verbandssprecherin für Hessen.

Die aktuell vorgeschlagene Suedlink-Trassenführung durch den Werra-Meißner-Kreis und Thüringen hat den Widerstand gegen die Leitung erneut verstärkt so der BBgS. Die Großdemonstration am Ostermontag in Lauchröden/Thüringen habe gezeigt, dass der Protest nun gemeinsam und länderübergreifend fortgesetzt werde. Neue Bürgerinitiativen seien dem Bundesverband beigetreten und setzten neue Impulse. Alle Versammlungsteilnehmer zeigten sich darin einig, dass die Sinnhaftigkeit des Projekts, das dem europäischen Stromhandel diene, hinterfragt werden müsse.

Während die Energiewende dezentral über die Verteilnetze stattfindet, „freuen sich Großkonzerne über die uneingeschränkte Möglichkeit durch Stromautobahnen“ wie Suedostlink, Ultranet und Suedlink, Kohle- und Atomstrom weiterhin europaweit zu transportieren und zu vermarkten, so der BBgS. Bürger als Endabnehmer müssten „diesen Wahnsinn“ durch erhöhte Netzentgelte und Strompreise bezahlen.

Maria Quanz, die die Mitgliederversammlung geleitet hatte, dankte Guntram Ziepel, der zwar auf eigenen Wunsch sein Amt als Vorstandssprecher niedergelegt hatte, aber weiterhin als technischer Berater dem neu gewählten Vorstand zur Verfügung stehen wird. / nz

BBgS-Sprecherkreis: Siegfried Lemke (Niedersachsen), Veronika Papenhagen-Stannick, Maria Quanz (beide Hessen) und Richard Bethmann (Bayern) sowie als Schriftführerinnen Erdmuthe Hoeft (Hessen) und Birgit Ammon (Thüringen)