Zwei Banken in einem Gebäude: Sparkasse und VR-Bank bieten gemeinsamen Geldautomaten an

10. Februar 2020
Mansbach

Kunden der VR-Bank Nordrhön und der Sparkasse Bad Hersfeld-Rotenburg haben in Hohenroda-Mansbach nun eine gemeinsame Anlaufstelle. Seit einer Woche nutzen die beiden Kreditinstitute den Geldautomaten in der Sparkassen-Filiale an der Dorfwiese gemeinsam.

Von Jan-Christoph Elsenberg

Diese Kooperation von Sparkasse und Genossenschaftsbank ist im Landkreis Hersfeld-Rotenburg in dieser Form ein Novum, wie Vertreter beider Banken am Freitag während eines Pressetermins in Mansbach betonten. Sascha Sippel, stellvertretendes Vorstandsmitglied der Sparkasse, berichtete von „fruchtbaren Gesprächen“, die schließlich in der Kooperation gemündet hätten.

Sparkassen und Genossenschaftsbanken stünden vor denselben Herausforderungen, betonte auch Werner Eichler, Vorstandssprecher der VR-Bank Nordrhön mit Hauptsitz in Hünfeld: Neben der zunehmenden Verlagerung des Geschäfts nannte Eichler vor allem rückläufige Erträge durch die anhaltenden Niedrigzinsen. Die regionalen Banken seien deshalb zu Sparmaßnahmen gezwungen. „Das gefällt uns nicht, aber uns beliebt kein anderer Weg“, so Eichler.

Selbstbedienungsterminals für Überweisungen wurde abgebaut

Die Niederlassungen beider Banken in dem mit rund 1100 Einwohnern zweitgrößten Hohenrodaer Ortsteil wurden zuletzt nur noch als Selbstbedienungsfilialen betrieben. Sie waren nicht mehr regelmäßig mit Personal besetzt. Um Kosten zu sparen, konzentrieren Sparkasse und VR-Bank ihr verbliebenes Angebot nun in einem Gebäude. Die Kosten für den Automaten, der von der Sparkasse betrieben wird, teilen sich die Kreditinstitute.

Das Gerät wurde so programmiert, dass Kunden mit Chipkarten beider Häuser zu den Konditionen der jeweiligen Bank kostenfrei über Bargeld verfügen können. Von dieser Kooperation profitierten letztendlich auch die Einwohner, denen dadurch weiterhin ein Geldautomat zur Verfügung steht, betonten die Vertreter beider Banken.

Abgebaut wurden jedoch die Selbstbedienungsterminals für Überweisungen. Da diese mit unterschiedlichen Rechenzentren verbunden seien, wäre eine zweite Datenleitung notwendig geworden, erklärte VR-Bank-Prokurist Tim Schnabel. Zudem nehme die Nutzung dieser Geräte durch das Online-Banking kontinuierlich ab. Zudem nutzen ältere Kunden ohne Internet meist lieber die telefonische Überweisung. Für weitergehende Finanzfragen bieten beide Banken Beratertermine direkt zu Hause beim Kunden an.

Zwei Herzen in einer Brust

Von zwei Herzen in seiner Brust sprach Hohenrodas Bürgermeister Andre Stenda (parteilos): „Wir sind froh, dass uns der Geldautomat erhalten bleibt, aber wir weinen natürlich der bisherigen Nahversorgung nach.“ Eine mit Personal besetzte Sparkassen-Filiale gibt es noch im Hohenrodaer Ortsteil Ransbach. Dort ist auch die Raiffeisenbank Werratal-Landeck mit einer Zweigstelle vertreten. Die von Mansbach aus nächsten Niederlassungen der VR-Bank Nordrhön befinden sich in Eiterfeld und in Sünna.

Kooperationen nach Mansbacher Vorbild an anderen Orten sind laut dem stellvertretenden Sparkassen-Vorstand Sascha Sippel aktuell nicht in Planung.

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