47-Jähriger mit 30 Messerstichen getötet und mit Kettensäge zerteilt: Lebensgefährtin gesteht Tat

12. Juni 2018
Hanau/ Steinau a.d. Strasse

Der 47-jährige Busfahrer, dessen Leichenteile am Montag in einer Wohnung in Steinau gefunden worden sind, wurde mit mehr als 30 Messerstichen in den Oberkörper getötet. Das teilte Oberstaatsanwalt Dominik Mies am Dienstag in einer Pressekonferenz bei der Staatsanwaltschaft in Hanau den zahlreich erschienenen Pressevertretern mit.

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Die Tatverdächtige 34 Jahre alte Frau, die noch am Montagabend in Dortmund gefasst worden war, hat die Tat gestanden. Sie erklärte, ihren Lebensgefährten, bei dem sie seit Herbst 2017 lebte, in Notwehr getötet zu haben, weil er sie angegriffen habe.

Dafür hat sie nach ersten Erkenntnissen der Gerichtsmedizin ein 19 Zentimeter langes Küchenmesser verwendet. Danach habe sie den 47-Jährigen mit zwei Kettensägen in sechs Teile zerlegt, aus Angst vor Entdeckung. Die Frau ist laut Oberstaatsanwalt vorbestraft, sie verbüßte bis 2017 eine Haftstrafe wegen Betrugs und kam auf Bewährung frei. Die Frau hat mehrere Kinder und stammt aus Dortmund.

Die Ermittler gehen nicht davon aus, dass die Frau tatsächlich in Notwehr gehandelt hat, denn das Opfer weist auch Messerstiche in Nacken und Rücken auf, wodurch das Mordmerkmal der Heimtücke erfüllt ist. Die Staatsanwaltschaft kündigte deshalb an, Anklage wegen Mordes erheben zu wollen.

„Die Stiche müssen mit ganz erheblicher Wucht ausgeführt worden sein“, berichtete der Hanauer Oberstaatsanwalt Dominik Mies am Dienstag. Er bezeichnete die Tat als „bemerkenswert“. Nicht nur, weil die Leiche zerstückelt worden war, sondern auch, weil sich die Verdächtige selbst gestellt hatte. Es sei ein Schreiben der 34-Jährigen bei der Polizei in Schlüchtern eingegangen, in dem sie die Messerattacke gebeichtet habe. Zudem soll sie eine Sprachnachricht mit ähnlichem Inhalt an eine Whatsapp-Gruppe ihres 47 Jahre alten Partners gesendet haben. Allerdings will die Frau den Deutschen aus Notwehr getötet haben.

Die Tatverdächtige hat sich schriftlich an die Polizei gewandt. Die Frau kommt nach ihrem Haftprüfungstermin voraussichtlich in der Justizvollzugsanstalt Preungesheim in Untersuchungshaft. / sab, ag, jh

Nach Leichenfund: Lebensgefährtin des Opfers in Dortmund festgenommen

Nachdem die Polizei am gestrigen Montag mehrere Müllsäcke mit Leichenteilen in Steinau an der Straße gefunden hatte, hat eine Obduktion nun die ersten Erkenntnisse der Kriminalpolizei bestätigt.